» » Tiefenentspannung durch Autogenes Training
22. September 2013 0

Fitness


Der Begriff „Autogenes Training“ ist uns hierzulande wohl bekannt, fast jeder hat davon zumindest schon einmal gehört und verbindet die ein oder andere Vorstellung damit.
Gemeint ist eine Methode der Selbsthypnose, die, wenn sie in ihren Grundzügen beherrscht wird, recht schnell und effektiv zu Tiefenentspannung führt. Somit ist sie eine geeignete und sehr empfehlenswerte Methode zum Stressabbau.
Begründet wurde das Autogenes Training vom Nervenarzt Professor Johannes Heinrich Schultz (1884-1970). Er setzte Hypnose in seinem Institut in Breslau erfolgreich bei der Heilung seiner Patienten ein. Später fand er heraus, dass seine Patienten nach einiger Übung selbst in der Lage waren, sich in den tranceartigen Zustand der Tiefenentspannung zu versetzen und ihre eigene Heilung günstig zu beeinflussen. In diesem Zustand haben wir Menschen Zugang zu unserem Unterbewusstsein, das etwa 90 Prozent unseres Bewusstseins ausmacht. Dort liegen bisher ungenutzte Fähigkeiten, unsere Intuition und tieferes Wissen von bisher ungenutzten Hirnarealen verborgen, die wir nun anzapfen können, sei es um Stress abzubauen, Symptome zu lindern, zu gesunden aus ganzheitlicher Sicht oder zu einer kreativen Lösung für ein Problem zu gelangen. Wir selbst haben unser Wohlergehen ein gutes Stück weit in der Hand!
Die Methode des autogenen, also „selbsttätigen“ Trainings war geboren.

Die Methode des Autogenen Trainings in ersten Grundzügen

Um das Autogene Training zu erlernen, suchen wir uns einen ruhigen Ort, schalten Störquellen für die nächsten zehn Minuten aus und nehmen eine der Grundpositionen ein.
Zur Wahl stehen folgende Körperhaltungen:
Die Liegeposition, bei der wir mit ausgestreckten Armen und Beinen flach auf dem Rücken liegen.
Diese Position mag dem Anfänger empfohlen sein, weil so das Autogene Training abends im Bett geübt werden kann, wenn schon ein wenig Müdigkeit von Körper und Geist Besitz nimmt. So ist es einfacher, in einen Entspannungszustand zu gelangen.
Eine andere Möglichkeit besteht darin, sich in einen bequemen Sessel mit Armlehnen zu setzen, auf denen die Arme ganz entspannt abgelegt werden. Der Rücken wird gestützt durch die Rückenlehne, was besonders bei Wirbelsäulenbeschwerden zu empfehlen ist.
Yoga-woman-meditatingAls dritte Position kann der Sitz in der sogenannten Kutscherhaltung eingenommen werden.
Dazu setzt man sich auf den vorderen Teil eines Stuhls oder Sessels und beugt die Schultern und den Oberkörper leicht nach vorne. Den Kopf lässt man leicht nach unten hängen und legt die Unterarme auf den Oberschenkeln ab, so dass die Hände zwischen den Beinen nach unten hängen. Wir sitzen oder liegen ganz entspannt, schließen die Augen und machen einige tiefe Atemzüge.
Nun folgt die erste Suggestion, mit folgenden Worten zweimal gedacht „ich bin ganz ruhig“.
Wir spüren, wie sich tatsächlich langsam eine wohlige Ruhe in unserem Körper ausbreitet.
Dann folgt die sogenannte „Schwere-Übung“, bei der wir uns suggerieren „Arme und Beine sind ganz schwer“. Wir wiederholen jede Suggestion zweimal langsam und geben uns Zeit zu spüren, bis die erwünschte Wirkung eintritt und sich die Beine und Arme tatsächlich schwer anfühlen.
Als nächstes folgt die „Wärme-Übung – „Arme und Beine sind ganz warm“.
Wichtig ist am Ende dieses Ablaufs, dass wir die Tiefenentspannung wieder zurücknehmen. Daher heißt die Beendigung der Trainingseinheit auch „Rücknahme“. So kehren wir wieder in einen wachen Modus zurück, in dem wir unseren Alltag bewusst und mit klarem Geist fortführen können. Es gibt eine einzige Ausnahmesituation, in der wir auf die Rücknahme verzichten können, wenn wir nach der Trainigseinheit direkt einschlafen wollen.
Wenn wir nach einigen Tagen Trainingszeit, am besten dreimal täglich zehn Minuten, die „Ruhe-Schwere-Wärme-Übung“ beherrschen und sich die suggerierten Körperempfindungen zuverlässig einstellen, gibt es weiterführende Suggestionen, die dafür sorgen, dass unser Atemrhythmus sich harmonisiert „Es atmet mich“, der Blutdruck sich reguliert „Mein Puls schlägt ruhig und gleichmäßig“ und der ständige Gedankenstrom abebbt „Kopf ist frei und klar“.

Autogenes Training – viel mehr als „nur“ Entspannung

Wovon Vertreter alternativer Heilmethoden schon längst überzeugt sind, kehrt auch vermehrt in das Denken der Schulmedizin ein – unsere Emotionen und Gedanken stehen unmittelbar mit dem Zustand unseres Körpers in Zusammenhang.
So weiß man, dass beispielsweise Allergien, von denen immer mehr Menschen betroffen sind, immer auch eine psychische Komponente besitzen. Steht ein Mensch unter Dauerstress, so führt der zu Aggressionen, die unterdrückt und auf die Körperebene verschoben werden und so als Angriff auf sich selbst wirken.Ruhe und Entspannung
Diese Attacke wird häufig als allergische Reaktion auf beispielsweise Gräser, Pollen oder Nahrungsmittel sichtbar. Im fortgeschrittenen Autogenen Training dienen Suggestionen dazu, erwünschte Zustände zu erlangen um Symptome zu lindern. Eine suggerierte Kühle kann so die Heuschnupfensymptome dämpfen, ein „leichter, klarer Kopf“ Schmerzen lindern und somit bei jeder Krankheit unterstützende Heilungsprozesse angestoßen werden.
Sogenannte „Formelhafte Vorsatzbildungen“ setzen wirklich tief greifende Veränderungen in Gang, helfen uns, unerwünschte Verhaltensweisen los zulassen „Rauchen ist völlig gleichgültig“, „Süßigkeiten sind völlig gleichgültig“. „Ich verfüge in der Prüfung über mein gelerntes Wissen“ hat schon manchem nervösen Prüfling den befürchteten Blackout erspart.
„Ich gehe meinen Weg mit Mut, Sicherheit und Selbstvertrauen“ hat bereits vielen Menschen ganz neue Wege eröffnet und zu einem ganz anderen, besseren Lebensgefühl mit neuen Erfahrungen verholfen.

Bewerten Sie diesen Artikel
Bewertung 0 / 5 (0 votes cast)
0RETWEETSTweet
0GOOGLE +1+1
0SHARESTeilen

Ähnliche Artikel

Kommentare0

Schreibe einen Kommentar

Neu in Fitness