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Henna für die Haare 19. Mai 2014 0

Haare

Henna ist Bestandteil von Shampoos und Spülungen verschiedener Hersteller, wird als Haarpflegemittel angepriesen, zum Färben genutzt. Was ist Henna, und was macht es mit dem Haar?

Strauch, Blätter, Pulver: Von der Pflanze zur Farbe

Tattoo mit HennaWenn man Henna im afrikanischen Kosmetikbedarf oder bei einem nahöstlichen Gemischtwarenhändler ersteht, handelt man sich eine kleine Pappschachtel mit einem Plastikbeutel ein, der leicht nach Heu riechendes, blassgrünes Pulver enthält. Je nach Marke ist die beiliegende Gebrauchsanweisung Deutsch, Englisch, Niederländisch oder gar nicht enthalten. Der Hennastrauch wächst in warmem, trockenem Klima auf trockenen Böden. Er blüht wunderschön, und die Blüten verströmen einen so betörenden Duft, dass sie auch zur Gewinnung von Parfüm verwendet werden. Aber die Blüten sind es nicht, die für das färbende Hennapulver verwendet werden – es sind die Blätter. Die werden von den Ästen abgestreift, an einem dunklen Ort getrocknet und zu Pulver verrieben. Das Pulver enthält Lawson als natürlicher Farbstoff. Aber Henna muss erst mit Wasser verrührt werden und leicht fermentieren, bevor sich der Farbstoff als wirksam erweist. Das dauert etwa vier Stunden, und nach dieser Zeitspanne erst kann Henna Haut, Haare, Schafwolle oder Seide färben. Der Farbstoff dringt in alles ein, was aus Kreatin besteht.

Rotes Hennapulver, braunes Hennapulver, schwarzes Hennapulver?

Das ist eigentlich Unsinn, denn Henna färbt, je nach Konzentration, immer in einem Ton irgendwo zwischen Gelborange und Rostrot. Je kürzer das einmal mit Wasser verrührte Hennapulver einwirkt, desto blasser wird der Ton, was im Umkehrschluss bedeutet, dass eine längere Einwirkzeit kräftigere Farbtöne erzeugt. Allerdings dunkelt Henna auch immer etwas nach: Was direkt nach dem Abtragen der Farbpaste noch hellorange wirkt, sieht einen Tag später unter Umständen hellbraun bis rotbraun aus. Hennapulver, das im Handel als „schwarz“ oder „dunkelbraun“ angepriesen werden, sollte man auf keinen Fall verwenden, denn hier sind Chemikalien zugesetzt, die im Verdacht stehen, die Gesundheit zu beeinträchtigen. In nordafrikanischen Ländern wird Henna Indigo, ein weiterer Pflanzenfarbstoff, zugesetzt, um einen schwarzen Farbton zu erzeugen. Und das ist es auch, was die Verwendung von Henna etwas in Verruf gebracht hat: Vielen Pulvern werden Chemikalien zugesetzt, die die Farbe intensivieren, die Einwirkzeit verkürzen oder das Farbergebnis fixieren. Diese Zusätze sind oft nicht deklariert und sie können Allergien auslösen. Oft handelt es sich um Kupferverbindungen, um Eisenoxid oder andere metallische Verbindungen.

Henna für die Haare

Wer auf Henna basierende Haarfarbe kauft, beispielsweise von Santé, sollte sich strikt an die Anweisung halten. Diese Haarfarben bestehen nicht aus reinem Hennapulver, sondern enthalten Extrakte der Blätter, gemischt mit Pflegemitteln, Entwicklern, Duftstoffen, Bindemitteln und anderem. Das reine Hennapulver wird mit warmem Wasser zu einer streichfähigen Paste verrührt, die auf die Haare aufgetragen wird. Das Ganze wird mit einem feuchten Handtuch abgedeckt und sollte etwa sechs bis acht Stunden einwirken. Benutzen Sie ein dunkles Handtuch zum Abdecken, denn es wird wahrscheinlich Farbspuren davontragen. Oft wird geraten, der Mischung Zitronensaft oder Ei beizumischen sowie Bier einzumengen. Aber letzten Endes behindern diese Pflegemittel eigentlich nur das Eindringen des Farbstoffs in das Haar. Henna verleiht dem Haar Festigkeit und Glanz, macht es leichter kämmbar und verbessert das Erscheinungsbild insgesamt. Deshalb werden Shampoos, Spülungen und Haarkuren „mit Henna“ angeboten – viele Firmen werben mit dem Naturprodukt, das so gut für die Schönheit sein soll. Das ist aber eigentlich Unfug, denn es ist der Farbstoff Lawson, der bei der Fermentierung und dem Einwirken des Hennapulvers in das Haar färbt. Ein nichtfärbendes Hennaextrakt, dass das Haar glatt, glänzend und fest erscheinen lässt, gibt es nicht. Wer zu Spülungen und Kuren „mit Henna“ greift, macht nun nicht unbedingt viel falsch, denn die Produkte halten in der Regel schon, was sie versprechen – nur eben nicht aufgrund der Zusätze aus dem Hennastrauch, die meist ohnehin so gering sind, dass sie nicht einmal unter die Deklarationspflicht fallen.
schöne HaareHennapulver stellt für Menschen mit Hang zur Natur und etwas Experimentiergeist eine gute Möglichkeit dar, auf chemische Haarfärbemittel zu verzichten, das Portemonnaie zu schonen und dennoch das Haar in einem trendigen Rotton zu tragen. Experimentiergeist ist insofern wichtig, als dass es bei der Verwendung von Hennapulver keine Garantie für den exakten Farbton im Haar gibt, der sich außerdem ohnehin innerhalb der nächsten Tage nach dem Färben noch etwas verändert und irgendwann ganz auswäscht. Graues und blondes Haar nimmt die Farbe sehr gut an (bei langer Einwirkzeit läuft man Gefahr, kurzfristig wie Pumuckl auszusehen), während braunes Haar etwas gedeckter aussieht. Henna pflegt das Haar, aber die Anwendung ist etwas langwieriger und mit „mehr Sauerei“ verbunden als herkömmliche Haarfarbe.

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