» » Tattoos und Musik – Welches Motiv gehört zu welchem Stil?
Tattoos 20. September 2013 0

Tattoo

Denkt man an das Thema Tätowierung, so hat man, fast unweigerlich, den Streifenpullover tragenden Seemann vor Augen oder den Straftäter, der eine tätowierte Träne unter dem Auge trägt. Diese Vorstellungen haben ihren Ursprung in den Anfängen des 20. Jahrhunderts, als einige Bevölkerungsgruppen für das Sinnbild des Tattoos standen. Vielfach vergessen wird dabei die Musikszene, die zu Beginn des Tattoo-Kults mit martialischen Tätowierungen auftrat und sich bis zum heutigen Tag stetig weiterentwickelt hat – zu einer bunten Gemeinde von Körperbildliebhabern, die ebenso vielfältig daherkommt, wie ihre Motivauswahl.

Portraits, die unter die Haut gehen

So facettenreich wie die verschiedenen Musikrichtungen, sind auch die Motive der tätowierten Musikfans. Sie tragen ihre Musik buchstäblich auf der Haut und nicht selten steckt ein tiefgründiger Gedanke hinter dem gewählten Körperbild.
Einige machen es besonders deutlich und lassen sich ein Portrait ihres Idols in beeindruckend präziser Qualität unter die Haut stechen. So gibt es Fans, die Elvis Presley höchstpersönlich auf dem Oberarm, oder Kurt Cobain auf Sommer Haareder Hüfte tragen. Andere lieben die Reggae-Legende Bob Marley oder die harten Klänge von ACDC und man kann es deutlich an ihren künstlerisch gestalteten Oberschenkeln sehen. Und wahre Fans der US-amerikanischen Popsängerin „Pink“ tragen sie überlebensgroß auf dem Rücken. Besonders beeindruckend sind die Hintergedanken, die sich Fans zu ihren Motiven gemacht haben.
Wenn heute eine 20-Jährige den Kopf von Jimi Hendrix, dem Gitarrengott aus den 60ern, auf dem Arm trägt, mag sich so mancher fragen, woher denn diese Idee stammt, denn Jimi Hendrix „live“ erleben konnte die tätowierte Dame sicher nicht. Und doch lebt und liebt sie seine Gitarrenmusik und möchte es durch die Wahl ihres Tattoo-Motivs jedem zeigen. Tattoos sind nicht nur Bilder – es sind Ideen, Überzeugungen, Leidenschaften und Gefühle.

Die Musikrichtung bestimmt das Motiv

Musikfans, deren Musikgeschmack nicht anhand eines Portraits abzulesen ist, können dennoch leicht einer bestimmten Musikrichtung zugeordnet werden. In diesen Fällen bestimmen Bilder, die untrennbar mit dem Musikstil verknüpft sind, die Gruppenzugehörigkeit.
Es gibt Totenschädel mit Kopfhörern auf dem Haupt, die Rock’n’Roller genauso kennzeichnen können, wie das Bild des typischen, verchromten Mikrofons aus den 60er Jahren.
Zieht der Totenkopf Flammen hinter sich her oder wird von Flügeln geziert, hat man es häufig mit einem waschechten Hard Rocker zu tun. Zu beliebten Hard Rock Motiven zählt natürlich auch die, diesen Musikstil prägende, E-Gitarre.
Martialisch anmutende Gestalten, die Vorbild für den nächsten Horrorfilm sein könnten, weisen nicht selten Anhänger der Heavy Metal Szene aus. Wer also ein, in Ketten gehaltenes, Skelett auf dem Rücken eines Fans erkennt, der weiß nun, mit welcher Musik sich derjenige in seiner Freizeit beschäftigt.
sommerSanfter kommen Popmusikfans daher, die ihre Körper mit Herzen und anderen gefühlvollen Motiven schmücken.
Hip-Hop Anhänger lassen sich, entsprechend der Graffiti-Kunst, Clownsgesichter oder bunte Fantasiebilder unter die Haut stechen. Auch Lebensmottos oder die eingangs erwähnten Tränen unter dem Auge, finden bei Hip-Hoppern oder Rappern den Weg auf den Körper.
Wie die großen Musikbewegungen, haben auch die eher kleinen Musikszenen ihre Markenzeichen. Gothic-Fans zieren sich mit fantasievoll geschwungenen, aber stilistisch einfachen, Schmetterlingen oder Abbildungen von Rosen oder Kreuzen. Techno Fans dagegen bevorzugen häufig bunte und futuristisch angehauchte Motive, wie etwa die Abbildung eines Computerchips oder Atommodells.

Vorsicht vor Verallgemeinerung

So vielfältig wie die Musikrichtungen, sind auch die Musikfans. Und so farbenfroh wie ihre Körperbilder, sind auch die Musikszenen. Wenn man sich also vorsichtig sein muss, dann im Umgang mit pauschalen Aussagen. Die genannten Motive sind einige Beispiele und weder ist die Liste abgeschlossen, noch ist die Zuordnung für jeden passend. Vielleicht wartet der langhaarige Hard Rocker mit eingravierter Sonnenblume schon in der Schlange zum nächsten Konzert.
Echte Musikfans lassen sich eben nicht in eine Schublade stecken.

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