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Schönheitsoperation 19. Dezember 2013 0

Schönheitschirurgie


Wenige Menschen sind mit ihrem Aussehen und Körper komplett zufrieden. Während manche sich mit dem Naturgegebenen arrangieren, wollen andere um jeden Preis ein Idealbild erreichen. Dafür scheuen sie auch nicht, sich im Genitalbereich schönheitschirurgisch optimieren zu lassen. Risiken werden dabei bewusst außer Acht gelassen oder sogar in Kauf genommen.

Genormte Schönheit im Intimbereich ist zunehmend gefragt

Experten sehen die Ursache des Trends darin, dass sich immer mehr Frauen im Intimbereich rasieren. Damit wird sichtbar, was vielleicht nicht der Norm entspricht oder unterschiedlich ausgeprägt ist. Die Darstellung in Medien wie Männermagazinen oder sogar Pornos tut dann ihr Übriges, um Unsicherheit zu erzeugen. Mehr als 50 Prozent der Operationen im Intimbereich haben ästhetische Gründe und kaum medizinische Ursachen. Klar ist, dass extrem große Schamlippen zwar auch beim Reiten, Radfahren oder aber beim Tragen von engen Jeans Schmerzen verursachen, doch meist streben Frauen einfach glatte und vor allem symmetrische Schamlippen an und nehmen deshalb die „Operation Vulva“ in Kauf. Diese zählt zu den am meisten vorgenommenen Korrekturen im Intimbereich und wird meist unter örtlicher Betäubung vorgenommen. Dies minimiert zwar die Risiken einer Narkose, doch auch eine örtliche Betäubung kann schief gehen und negative Auswirkungen haben.

Straffe Formen sind gefragt

Während also die Labienverkleinerung zu einem geringen Prozentsatz auch medizinische Ursachen haben kann, ist die Straffung der Vagina eindeutig im ästhetischen Bereich anzusetzen. Mehrere Geburten aber auch starke Gewichtsschwankungen können das elastische Gewebe überdehnen, womit sich manche Frauen in ihrem sexuellen Erleben eingeschränkt fühlen. Hier kann mit einer Eigenfettunterspritzung quasi eine Unterfütterung erreicht werden, die eine Verengung der Vagina zur Folge hat. Klar ist, dass diese Eingriffe zwar unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden und das Risiko einer Narkose nicht gegeben ist. Doch die Gefahr einer Verwachsung oder Vernarbung ist ebenfalls nicht zu unterschätzen und kann die Gefühlsempfindung gerade in diesen Körperteilen extrem einschränken. Ein Trend, der in letzter Zeit ebenfalls zu beobachten ist, ist die Hymenrekonstruktion. In der arabischen Kultur ist es nach wie vor unbeschriebenes Gesetz, dass Frauen als Jungfrauen in die Ehe gehen. Durch die Anpassung an die westliche Lebensweise kann diesem Anspruch nicht immer Folge geleistet werden, was spätestens bei der Hochzeit Probleme aufwirft. Was Intimoperationen betrifft, so wird immer öfter auch eine G-Punkt-Aufspritzung verlangt, wobei nicht einmal klar bewiesen ist, dass es diesen G-Punkt auch tatsächlich bei jeder Frau gibt und wo genau er liegt.

Risiken hinterfragen und aufklären lassen

Neben der generellen Hinterfragung dieser Beauty-OPs, muss auch in Betracht gezogen werden, dass die „Schönheitschirurgie“ an sich keine geschützte Berufsbezeichnung ist. Dies garantiert weder eine spezielle medizinische Ausbildung noch erfordert sie entsprechend Erfahrung. Wer sich mit dem Gedanken auseinander setzt, sich dennoch operieren zu lassen, sollte auf die Bezeichnung „Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie“ achten und sich umfassend über die Risiken des Eingriffs informieren. Denn Infektionen, Narben oder aber auch Vewachsungen im Intimbereich können zu schwerwiegenden Funktions- und Empfindungseinschränkungen führen oder gar Schmerzen beim Sex nach sich ziehen. Deshalb sind gute Ärzte auch dahingehend angewiesen, den tatsächlichen Hintergrund einer gewünschten Intimoperation zu hinterfragen. Liegt lediglich Unsicherheit bezüglich eines gewissen Andersseins vor, ist von einem Eingriff dringend abzuraten. Doch viele Mediziner sehen hier auch das gutgehende Geschäft und weniger die gesundheitlichen Aspekte. Strengere Richtlinien wären hier gerade bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen wünschenswert.
Intimchirurgie ist ein Trend, der absolut zu hinterfragen ist. Selten liegen tatsächlich medizinische Indikationen vor, doch ein unsicheres Selbstbewusstsein lässt sich durch verkleinerte Schamlippen oder aber eine nicht mehr jungfräuliche aber trotzdem noch enge Vagina auch nicht aufwerten.

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