» Risiken und Nebenwirkungen von Zungenpiercing – wie geht Küssen ?
Schmuck 23. September 2013 0


Wer sich überlegt, ein Zungenpiercing stechen zu lassen, geht nicht erst beim Durchstechen selbst ein Risiko ein. Denn bereits die Wahl des Studios trägt wesentlich dazu bei, ob alles reibungs- und im wesentlichen schmerzfrei verläuft. Hier sind einige Informationen im Vorfeld wichtig, ebenso wie im Nachhinein gewisse Maßnahmen getroffen werden müssen, damit das Zungenpiercing perfekt abheilt.

Ablauf gewährleistet Professionalität beim Stechen

Im Piercingstudio ist natürlich Sauberkeit und Hygiene oberstes Prinzip. So sollte etwa darauf geachtet werden, ob Einmalbesteck oder Dauerbesteck, das nach jeder Nutzung desinfiziert werden muss, verwendet wird. Ist der Piercer selbst gepflegt oder macht das ganze Studio einen eher schmuddeligen SchmuckEindruck. Ein Indiz für Seriosität ist auch, wenn der Piercer seine Kunden über die eventuellen Risiken und Nebenwirkungen aufmerksam macht und eine gute Beratung anbietet. Direkt vor dem Zungenpiercing wird sowohl die Ein- als auch die Austrittsstelle des Piercings genau markiert und mit einer Klemme fixiert. Anschließend wird die Zunge mit einem peripheren Venenkatheter durchstochen. Wichtig ist, dass das Piercing genau zwischen den beiden Zungenmuskeln erfolgt. Keinesfalls darf das Zungenbändchen verletzt oder gar die Zähne dabei beschädigt werden. Da die Zunge durchaus stark anschwellen kann, wird von den meisten Piercern ein längere Piercing eingesetzt, das nach einigen Tagen durch das eigentlich gewählte Modell ersetzt wird. Der Abheilprozess dauert ca. 3 – 6 Wochen. Um hier Entzündungen an der frischen Wunde zu vermeiden, sollten Lebensmittel wie Eier, Milchprodukte und Alkohol ebenso vermieden werden wie scharf gewürzte Speisen. Auf jeden Fall ist auch Rauchen in dieser Zeit tabu.

Gesundheitliche Risiken abwägen

Da die Zunge über mehrere große Blutgefäße verfügt, ist das Stechen eines Piercings an dieser Stelle durchaus kompliziert und sollte tatsächlich nur von Könnern durchgeführt werden. Das umliegende Gewebe sollte umfassend desinfiziert und gereinigt werden, um ein Infektionsrisiko zu vermeiden. Auch Infektionen an den Augen können in Zusammenhang mit einem kürzlich erfolgen Zungenpiercing stehen und sollten unbedingt von einem Arzt behandelt werden. In seltenen Fällen kann es auch zu einer Verletzung der Geschmacksnerven kommen, die jedoch dann nur die Intensität der Geschmäcker beeinträchtigt und nicht den kompletten Geschmackssinn außer Kraft setzt. Piercings, egal wie sie gestaltet sind, bergen generell ein langfristiges Risiko im Mundbereich für Zähne und Zahnhalteapparat wie das Zahnfleisch. Schlimmstenfalls kann es zu einem Absterben des Zahnmarks kommen. Vor allem wenn die innere Konterplatte des Piercings bei jeder Bewegung auf das Zahnfleisch drückt, kann sich der darunter liegende Alveolarknochen zurück bilden, was die Zahnwurzeln lockert und zum Zahnverlust führt.

Küssen mit Zungenpiercing – kein Problem !

Viele, die sich ein Piercing stechen lassen möchten oder einen Partner mit einem solchen Zungenschmuck haben, fragen sich, ob es Probleme beim Küssen gibt. Grundsätzlich gilt, dass Lippenpiercings beim Küssen kein Problem sind. Wer allerdings gerade ein neues Piercing hat, sollte zehn bis vierzehn Tage mit Bauchnabeldem Mund-zu-Mund-Kontakt eher warten. Denn erst danach ist die Wunde auf der Zunge verheilt und man hat sich an den Fremdkörper gewöhnt. Je nach Ringgröße sollte darauf geachtet, werden, dass das Küssen nicht zu wild ausfällt. Es könnten sich nämlich die Zähne in den Ringen verhaken, was bei schnellen ruckartigen Bewegungen anschließend zu Verletzungen führen kann. Sind jedoch beide Partner im Umgang mit Piercings bereits erfahren, kann das Kussvergnügen durch Zungenpiercings durchaus gesteigert werden. Dann nämlich, wenn durch sanftes Ziehen der Ring in das Küssen miteinbezogen wird und so für mehr Kribbeln und Lust gesorgt wird.
Auch wenn Personen mit Piercings längst nicht mehr so stigmatisiert werden wie noch vor einiger Zeit, sollte man sich die Entscheidung für diesen Schmuck gut überlegen. Ausreichend Information im Vorfeld und genaue Prüfung des Studios tragen dazu bei, dass man zumindest aus gesundheitstechnischer Sicht diese Entscheidung nicht über kurz oder lang bereut.

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