» » Wenn Tabletten nicht helfen - Leben mit einer Kuhmilcheiweißallergie
Kuhmilcheiweißfrei 19. Mai 2014 0

Ernährung


Blähungen, Durchfall, Schmerzen: Wenn Sie diese Symptome im Alltag immer wieder bei sich feststellen, leiden Sie womöglich an einer Kuhmilcheiweißallergie. Es gibt keine Medizin, die Sie von dieser Allergie befreien kann. Doch Sie können lernen, mit der Allergie richtig umzugehen – damit Sie nicht mehr unter ihr leiden müssen.

Was ist eine Kuhmilcheiweißallergie?

Es gibt viele Gründe, warum Menschen unter Blähungen und Durchfall sowie Bauchschmerzen bis hin zu Bauchkrämpfen leiden können. Tritt die Symptomatik im Alltag immer wieder auf, ist es möglich, dass eine Allergie wie die Laktose- oder die Glutenallergie vorliegt. Aber auch eine Kuhmilchallergie kann die Ursache sein. Sie ist vielen Menschen gar nicht bekannt und wird deshalb häufig erst sehr spät identifiziert. Die Beschwerden werden bei dieser Allergie durch einen bestimmten Bestandteil der Kuhmilch ausgelöst, nämlich das Kuhmilcheiweiß. Der Körper der Betroffenen reagiert also nicht auf sämtliche Produkte aus der Milch anderer Tiere, etwa Ziegen und Schafe, sondern auf alle Produkte, die das Eiweiß der Kuhmilch enthalten. Dies betrifft beispielsweise Quark, Joghurt, Milch, Sahne, Pudding und Käse aus Kuhmilch.
Die Symptomatik beginnt zeitversetzt nach der Aufnahme solcher Nahrungsmittel. Sie muss bei derselben Person nicht immer gleich stark ausgeprägt sein, sondern hängt von verschiedenen Faktoren ab, allen voran der Menge an Kuhmilcheiweiß, die aufgenommen wurde. Auch die Reaktionszeit kann variieren. Für gewöhnlich machen sich die Symptome etwa zwanzig Minuten bis eine Stunde nach der Nahrungsaufnahme bemerkbar. Es kann aber auch geschehen, dass sie erst einige Stunden später auftreten. Eine Betroffene, die aus Versehen eine geringe Menge Kuhmilcheiweiß zu sich genommen hat, wird eventuell nur einen extrem aufgeblähten Bauch bekommen – mitsamt der sehr unangenehm riechenden typischen Begleiterscheinung der Blähung. Isst die Person allerdings eine Mahlzeit, für die der Koch einen kompletten Becher Sahne für wenige Speisegäste verwendet hat, ist ein massiver Durchfall vorprogrammiert.

Selbsttest und Leben mit der Kuhmilcheiweißallergie

Die gute Nachricht: Ob eine Kuhmilcheiweißallergie vorliegt, kann man recht simpel selbst herausfinden. Versuch und Irrtum ist die Devise, die übrigens auch Ärzte als erste Diagnosemethode empfehlen. In der Regel werden Mediziner nur dann weitere Diagnosemaßnahmen ergreifen, wenn sich beim Selbstversuch der Patientin mit verschiedensten Nahrungsmitteln der Verdacht auf eine Kuhmilcheiweißallergie erhärtet. Wenn Sie also vermuten, betroffen zu sein, warten Sie auf eine ruhige Phase in Ihrem Kalender, beispielsweise einen Urlaub, den Sie zu Hause verbringen. Trauen Sie sich und essen Sie einzelne Kuhmilchprodukte. Achten Sie genau auf die Reaktionen Ihres Körpers. Zur Kontrolle essen Sie danach einige Tage lang gar keine Produkte, die Kuhmilcheiweiß enthalten.
Vorsicht: Lesen Sie von allen Nahrungsmitteln, die Sie zu sich nehmen, die kompletten Inhaltsangaben. Denn das Eiweiß ist auch in vielen Nahrungsmitteln enthalten, von denen man es zunächst nicht vermutet. Achten Sie nicht nur auf die Worte Kuhmilch und Milch, sondern auch auf die Begriffe Milchsäure und Milchsäureeiweiß. Sie werden feststellen, dass selbst viele Tütensuppen, Gummibärchen, Brote und andere Nahrungsmittel das Kuhmilcheiweiß enthalten. Wenn sich ihr Verdacht, allergisch zu reagieren, durch den Selbsttest bestätigt, suchen Sie zur endgültigen Abklärung einen Arzt auf. Es gibt keine Medikamente gegen diese Allergie, aber nach einiger Gewöhnung wird es für Sie ganz normal sein, beim Einkaufen die Inhaltsangaben zu lesen und beim Essengehen den Kellner um genaue Inhaltsangaben zu den einzelnen Gerichten zu bitten. Dann können Sie auch wieder ganz unbeschwert leben – ohne Schmerzen, Blähungen und Durchfall!
Fazit: Eine Kuhmilcheiweißallergie erschwert den Alltag von Betroffenen ungemein, wenn sie nicht erkannt wird. Sie lässt sich aber durch Versuch und Irrtum recht leicht diagnostizieren. Wer problembewusst einkauft und isst, kann beschwerdefrei leben.

Bewerten Sie diesen Artikel
Bewertung 0 / 5 (0 votes cast)
0RETWEETSTweet
1GOOGLE +1+1
0SHARESTeilen

Ähnliche Artikel

Kommentare0

Schreibe einen Kommentar

Neu in Ernährung