» » Was ist eigentlich Homöopathie?
Naturheilkunde 08. Januar 2014 0

Gesundheit


Die Homöopathie erfreut sich nicht nur in Deutschland großer Beliebtheit. So ist etwa die englische Königsfamilie dafür bekannt, große Anhänger dieser alternativmedizinischen Lehre zu sein. In Deutschland werden homöopathische Mittel von Haus- und Kinderärzten gern verschrieben, von vielen Menschen genutzt. Allerdings wissen viele Anwenderinnen nicht, dass die Homöopathie nicht zu den Naturheilverfahren zählt. Ganz im Gegenteil, die klassische Homöopathie ist die Erfindung eines einigen Mannes: Samuel Hahnemann.

Die Geburtsstunde der Homöopathie

Hahnemann war ein deutscher Arzt, der im 18. Jahrhundert recht unstet durch die deutschen Lande zog. Die Medizin seiner Zeit konnte aus heutiger Sicht nicht unbedingt als erfolgreich angesehen werden. Beispielsweise war damals das Schröpfen, auch als Aderlass bekannt, das Allheilmittel für fast jede Krankheit, zudem hingen viele Ärzte immer noch der alten Vier-Säfte-Lehre an. Gemäß dieser entstehen Krankheiten durch ein Ungleichgewicht der Körpersäfte Blut, Schleim, gelbe und schwarze Galle. Aus diesem Grund war auch der Aderlass so beliebt, sollte er doch das Gleichgewicht der Körpersäfte und so die Gesundheit wieder herstellen. Natürlich waren die damaligen Ärzte mit dieser Methodik nicht besonders erfolgreich. Viele Patienten starben und so suchten andere Ärzte und Wissenschaftler wie ebendieser Samuel Hahnemann nach anderen, erfolgreicheren Behandlungsmethoden.

Gleiches mit gleichem bekämpfen

Hahnemann kam auf den Gedanken, „gleiches mit gleichem“ zu bekämpfen. Und so basiert die klassische Homöopathie auf dem Prinzip, dass eine Krankheit nur mit Medizin zu behandeln sei, die bei Gesunden die gleichen Effekte hervorruft wie die eigentliche Krankheit – man könnte auch sagen, Feuer sollte durch Feuer bekämpft werden. Das Ähnlichkeitsprinzip ist allerdings nicht von Hahnemann erfunden worden, sondern war bereits im Altertum bekannt. Hahnemann griff den Gedanken auf und entwickelte auf dessen Boden die homöopathische Lehre. Er entwickelte Medikamente, die auf eine bestimmte Weise mit Wasser, Ethanol oder Milchzucker verdünnt werden sollten, zunächst, weil viele der verwendeten Substanzen eigentlich hochgiftig sind. Im Laufe der Zeit entstand daraus das Prinzip der Potenzierung, das, kurz gesagt, beinhaltet: Je höher die Verdünnung eines Wirkstoffes ist, desto wirksamer ist dieser. In den höchsten Potenzen befindet sich – rein objektiv betrachtet – kein einziges Molekül irgendeines Wirkstoffes in einem homöopathischen Medikament. Die Wirkungsweise einer solchen Medizin erklärte Hahnemann mit dem Erinnerungsvermögen des Wassers (bzw. eines jeden anderen Trägers). Gegen Ende seines Lebens vertrat Hahnemann sogar die Auffassung, dass lediglich die Dämpfe dieser hoch verdünnten Heilmittel eingeatmet werden sollten.

Homöopathie versus Schulmedizin

Hahnemann war ein erklärter Gegner der zu seiner Zeit praktizierten Medizin, die er gern als „Schulmedizin“ verunglimpfte. Diese Tradition setzt sich bis heute fort, wobei allerdings unsere moderne, evidenzbasierte Medizin nichts mehr mit der drastischen, auf Aderlass und Abführmitteln basierende Medizin zu Hannemanns Zeiten zu tun hat. Die Kritik Hannemanns an der Medizin seiner Zeit war durchaus berechtigt, wollte er doch eine sanftere Art des Heilens als damals üblich finden. Auch heute noch sind sich Homöopathie und Schulmedizin nicht unbedingt einig, bleibt doch die homöopathische Medizin jeden wissenschaftlichen Beweis für ihre Wirksamkeit schuldig. Bis heute konnte noch keine Studie nachweisen, dass vor allem hoch potenzierte homöopathische Medikamente eine Wirkung hätten, die über die eines Placebos hinaus gingen.

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