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23. September 2013 0

Tattoo


Die meisten Tattoos in Mitteleuropa werden als Modeschmuck verwendet. In Indien sieht man häufig kunstvolle Bemalungen von Händen und Füßen der Frauen, welche als Vorbild für das Henna – Tattoo dienen. Doch die sogenannten Tätowierungen Indien haben primär einen kulturellen als ästhetischen Hintergrund. Unabhängig von der Religion haben sich verschiedene Bräuche und Traditionen entwickelt, bei denen die Bemalungen eine zentrale Rolle spielen.

Mehndi – eine uralte Kunst

Die kunstvolle und filigrane Bemalung der Hände und Füße erfolgt mit Hennafarbe, welche aus den Blättern der Hennapflanze gewonnen werden und somit pflanzlichen Ursprungs sind. Die Mehndi – Tradition reicht zurück bis in das Altertum und hat ihre Quelle in Persien, von wo aus sie sich immer mehr verbreitete. Das Mehndi wird für eine Vielzahl von Bräuchen verwendet.

Mehndi bei Hochzeiten und Feiertagen

Insbesondere bei Hochzeiten spielen derartige Tätowierungen in Indien eine zentrale Rolle. Ähnlich dem hiesigen Junggesellinnenabschied lädt die zukünftige Braut vor der Hochzeit Freundinnen und weibliche Familienangehörige vor de Trauung zu sich ein. Bei diesem Treffen werden die Hände und Füße der Frau von den anderen mit bestimmten Symbolen bemalt. Dabei tauschen sich die Frauen über das Eheleben aus und geben der Zukünftigen wertvolle Tipps und Tricks für ihre Ehe mit dem Liebsten und der anstehenden Hochzeitsnacht. Die Motive der aufwendigen Bemalungen sollen der angehenden Braut in erster Linie Glück und Fruchtbarkeit bringen.
Eine weitere Tradition besteht darin, dass bei der Bemalung der zukünftigen Braut der Name oder die Initialen des Bräutigams innerhalb der kunstvollen Zeichnungen versteckt wird. Während der Hochzeitsnacht muss er nun diesen suchen. Sollte er sie nicht finden, so muss er seiner Liebsten ein Geschenk machen und es ist davon auszugehen, dass sie in der Ehe den Ton angeben wird.
Solange die Hennafarbe der kunstvollen Bemalungen der Braut nicht verblasst, muss sich diese nicht im Haushalt betätigen. Da eine Henna – Tätowierung in etwa 2 – 3 Wochen hält, entspricht dies in etwa der Zeit der Flitterwochen. Eine weitere Regel besagt, dass sich eine dunkel entwickelnde Hennafarbe auf der Haut der Braut auf ein positives Verhältnis zur Schwiegermutter auswirkt.
Auch an bestimmten Feiertagen haben die Körperbemalungen ihre Tradition und kulturelle Verwendung. So verzieren sich die Frauen am Diwali, dem hinduistischen Neujahrsfest ihre Hände und Füße mit Symbolen welche Glück für das kommende Jahr bringen sollen.

Motive des Mehndis

Die Symbole des Mehndis sollen ihren Trägerinnen in erster Linie Glück und Liebe geben. Blumen und Blätter sowie Kamellippen fördern die Fruchtbarkeit der Frau und sollen ihr einen gehegten Kinderwunsch erfüllen. Mandalas stehen für spirituelle Erfahrungen und Weisheit. Für Liebe und Schutz stehen Blumenranken, Skorpione Knospen und das Motiv der Ganesha, einem göttlichen Elefanten. Für Hochzeiten sind die sogenannten Paisleymuster sehr beliebt, da sie der zukünftigen Braut in diesem Motiv die Bedeutung aller anderer vereinen und ihr Glück, Fruchtbarkeit und Liebe für die Ehe bringen sollen.

Das Bindi

Eine weitere Form von Tätowierung in Indien ist das Bindi. Dabei werden Frauen auf die Stirn und zwischen die Augen ein roter Punkt aufgemalt. Diese Farbe wird als Sindur oder Kumkum bezeichnet. Das Bindi soll verheirateten Frauen und ihrem Mann Glück bringen. Unverheirateten dienen sie als Zeichen des Segens.

Bedeutung des Mehndi in der Gegenwart

Tätowierungen haben in Indien in erster Linie einen kulturellen Hintergrund und werden insbesondere bei Hochzeiten und Feiertagen verwendet. Dabei werden die Hände und Füße von Frauen mittels Hennafarbe, welche pflanzlichen Ursprungs ist, mit filigranen Symbolen verziert. Diese stehen insbesondere für Glück und Fruchtbarkeit. Da sich die Hennabemalungen nur wenige Wochen halten, haben sie sich als Alternative zum permanenten Tattoo als Henna – Tätowierung immer weiter nach Europa verbreitet und erlangen dort immer mehr Bekanntheit und Beliebtheit.

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