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Tättoowierung bei Jugendlichen 06. Januar 2014 0

Tattoo

Über die Wichtigkeit der Einhaltung von Altersgrenzen beim Tätowieren

Gerade junge Menschen spielen häufig mit dem Gedanken, sich tätowieren zu lassen. Beispiele gelungener Körperkunst im Freundeskreis und im Internet und der Wunsch nach dauerhaften und bedeutungsvollen Verschönerungen der eigenen Haut lassen mögliche Gefahren schnell in den Hintergrund treten. Dabei können die negativen Folgen eines Besuches beim Tätowierer von Minderjährigen ohne Einverständnis der Eltern weitreichende Folgen haben.

So alt sollte man sein – Rechtliche Regelungen zum Tätowieren

Grundsätzlich dürfen sich Jugendliche unter 18 Jahren mit einer schriftlichen Einverständniserklärung eines Erziehungsberechtigten, in der Regel also eines Elternteils, tätowieren lassen. Mit Erreichen der Volljährigkeit im 18. Lebensjahr darf man sich selbstständig für ein Tattoo entscheiden. Es kommt jedoch nicht selten vor, dass Tätowierer Minderjährige ohne die Erlaubnis der Eltern tätowieren, sei es, weil diese sich als volljährig ausgeben und der Tätowierer keine Ausweiskontrolle macht oder weil er mögliche Folgen seines Vorgehens nicht bedenkt – Die Konsequenzen sind in keinem Fall zu unterschätzen.

Gesundheitliche Folgen

Der Grund dafür, dass bei jugendlichen Kunden, die sich tätowieren lassen möchten, das Einverständnis eines Erziehungsberechtigten nötig ist, ist unter anderem der, dass junge Menschen oftmals über kein ausreichendes Urteilsvermögen verfügen, um die möglichen gesundheitlichen und ästhetischen Folgen einer Tätowierung abzuschätzen. Auch ist es für ungeübte Augen nicht immer einfach, die Professionalität eines Tätowierers zu beurteilen und unter dem starken Wunsch, endlich ein eigenes Tattoo zu haben, werden derartige Überlegungen schnell vernachlässigt.
Arbeitet ein Tätowierer unsauber, besteht das Risiko einer Wundinfektion durch die ungereinigte Nadel. Auch kann es zu allergischen Reaktionen des Körpers auf Inhaltsstoffe der Tinte kommen. Im schlimmsten Fall kommt es durch Gewebeneubildungen bei unsachgemäßem Tätowieren zu dicken unschönen Vernarbungen der Haut.

Ästhetische Folgen

Neben gesundheitlichen Folgen können ästhetische das erwünschte Tattoo schnell zur Last werden lassen. Entscheidet man sich übermütig für einen nicht kompetenten Tätowierer, wird das Motiv, das man sich so schön vorgestellt hat, schnell zu einer unschönen Verunstaltung, die sich nicht mal eben abwaschen lässt. Auch kommt es nicht selten vor, dass das gewählte Motiv schon wenige Monate nach dem Stechen nicht mehr gefällt. Vom bunten Hello-Kitty-Motiv über ein Tribal im Steißbereich bis hin zum Name der Jugendliebe: oft können Jugendliche nicht abschätzen, welches Motiv sie auf Dauer glücklich machen wird. Die Erlaubnis der Eltern gewährleistet in diesem Fall, dass sie auch mit der Motivwahl einverstanden sind.

Die berufliche Zukunft nicht vergessen

Über gesundheitliche und ästhetische Folgen hinaus sind Jugendliche in den meisten Fällen noch ohne feste Anstellung. Obwohl man in diesem Bereich zwar auf immer mehr Toleranz seitens der Arbeitgeber trifft, gibt es dennoch Branchen – vorwiegend solche mit Kundenkontakt -, in welchen gerade in Berufskleidung sichtbare Körperverzierungen nicht gern gesehen sind.

Konsequenzen für den Tätowierer

Neben den negativen Folgen, die Minderjährigen durch das Tätowierenlassen drohen, muss auch der Tätowierer mit Konsequenzen rechnen. Rechtlich wird das Tätowieren als Körperverletzung mir Einwilligung verstanden. Liegt keine Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten vor und der Tätowierer bedient dennoch eine minderjährige Person, kann er beispielsweise von den Erziehungsberechtigten aufgrund dessen verklagt werden.

Fazit

Spielt man als Minderjährige/r mit dem Gedanken, sich tätowieren zu lassen, sollte man dies niemals ohne die Einwilligung der Eltern tun. Ein Tätowierer, der bereit ist, Jugendlichen ein Tattoo zu stechen, ist unseriös und die Gefahr, unprofessionell und unsauber behandelt zu werden, ist nicht zu unterschätzen. Die Einhaltung der Altersgrenze ist demnach tatsächlich äußerst sinnvoll. Hält man sich an diese und lässt die möglichen Folgen auf der Suche nach einem professionellen Tätowierer nicht außer Acht, ist dies die beste Voraussetzung, um Körperkunst zu tragen, mit der man ein Leben lang glücklich ist.

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