» » Tätowierungen im Berufsalltag – Fluch oder Seegen
12. September 2013 0

Tattoo


Tätowierungen gibt es schon seit vielen Jahrzenten. Während sie in früheren Zeiten meist nur Bösewichte oder auch Seefahrer zierten, sind sie heute zum modernen Body Kult geworden. Statistiken sagen aus, dass rund 8 Millionen Deutsche tätowiert sind. Dabei sind die Motive der Tattoos oft so individuell und unterschiedlich wie die Menschen selbst. Und auch die bevorzugten Körperstellen sind hier sehr variabel und unterschiedlich. Dabei haben die Tattoos für viele Menschen nicht nur eine Bedeutung als Körperschmuck, oft sind es auch Symbole, Bilder oder Schriftzüge, die einen symbolischen individuellen Charakter bzw. Hintergrund haben. Wer sich für ein oder auch mehrere Tattoos entscheidet, dem ist natürlich bewusst, dass es sich hierbei um eine Körperkunst für die Ewigkeit handelt. Nicht bewusst ist jedoch vielen, in erster Linie den jungen Tattoo Fans, dass viele Menschen eben diesem Body Kult äußerst skeptisch oder sogar abweisend und sehr negativ gegenüberstehen. Besonders im beruflichen Alltag kann es hier immer wieder zu Problemen kommen.

Privatsphäre contra Arbeitgeberwille und Kundeninteresse

Natürlich sind Tätowierungen Privatsache. Jeder kann und sollte mit seinem Körper tun, was er will. Doch geht es um den Job, sieht die Sache schon wieder anders aus. Viele Chefs stehen den Tätowierungen ihrer Angestellten eher negativ gegenüber. Hier kommt es natürlich auch auf die Branche und den Beruf an. Während bei einigen Berufen wie z.B. kreativen Berufen oder auch im Handwerk Tätowierungen kaum ein Problem darstellen, können sie in anderen Berufen zu echten Diskussionen führen. Wer z.B. in der Gastronomie, bei einer Bank, in einer Arztpraxis oder auch in einem anderen Beruf mit Kundenkontakt arbeitet, muss damit rechnen, dass die Tattoos nicht gerne gesehen werden. Sowohl der Chef als auch viele Kunden können hier ein Problem mit dem geliebten Körperkult haben. Zwar gibt es hier keine gesetzlichen Bestimmungen, dennoch haben Arbeitgeber das Recht, in den Arbeitsverträgen festzulegen, wie in solchen Fällen zu verfahren ist. Hier können dann Tätowierungen sogar verboten werden, ansonsten kann die Kündigung drohen. Viele Chefs jedoch sind etwas milder, verlangen jedoch, dass die tätowierten Stellen im Beruf immer mit Kleidung bedeckt sind. Das kann dann z.B. auch im Sommer mal langärmlige Kleidungsstücke oder geschlossene Schuhe bedeuten. Für viele Arbeitgeber ist hier aber auch die Art des Tattoos entscheidend. Über ein harmloses Motiv wird hier dann vielleicht mal öfter hinweggesehen, als über Totenköpfe und Co.

Alte Klischees in der modernen Gegenwart

Bei vielen Menschen, oft bei den älteren Generationen, sind Tattoos immer noch ein No-Go. Vielleicht auch, weil früher ausschließlich Bösewichte damit verziert waren. Viele trauen tätowierten Menschen daher nicht über den Weg. Daher kann es insbesondere in Berufen, in denen der Kundenkontakt zu älteren Menschen da ist und wo Vertrauen das A und O ist, zu Problemen kommen. Egal ob im Pflegebereich, im Banken- und Versicherungswesen oder auch in sonstigen sensiblen Arbeitsbereichen, auch hier kann es dann vorkommen, dass der Chef hier Verbote oder Kleidungsvorschriften äußert.

Tätowierungen als Hürde bei der Arbeitssuche

Doch nicht nur, wenn bereits ein Arbeitsverhältnis besteht, kann es zu Problemen kommen, sondern auch, wenn die Arbeitssuche noch im Gange ist. Öffentlich sagen nur wenige Arbeitgeber, dass sie ein Problem mit Tattoos haben. Doch muss dann eine Entscheidung zwischen zwei gleichqualifizierten Bewerbern getroffen werden, so ziehen dann oft die mit den Tätowierungen den Kürzeren. Aber auch Arbeitgeber, die offiziell Bewerber mit Tattoos ablehnen, gibt es immer wieder.

Die richtige Körperstelle entscheidet über sein oder nicht sein

Tätowierungen sind natürlich Privatsache. Jeder kann frei entscheiden, was er sich wann und wo tätowieren lässt. Dennoch sollte hier niemals der berufliche Werdegang außer Acht gelassen werden. Wer sich tätowieren lassen möchte, sollte sich vorab klar darüber werden, welche Konsequenzen das für die berufliche Karriere haben kann. Dabei sind Tätowierungen auch möglich, ohne dass es im Beruf oder bei der Arbeitssuche zu Konflikten kommen muss. Es gibt viele Körperstellen, die natürlich immer wieder, besonders im Sommer, Haut zeigen, auch im Beruf. Tätowierungen an den Unterarmen, an den Knöcheln, den Waden oder auch am Hals können hier dann natürlich unter Umständen für Probleme sorgen. Andere Stellen wiederum wie z.B. Der Bauch, der Rücken, das Steißbein, die Oberschenkel oder die Schultern und Oberarme sind meist nicht frei zu sehen und können natürlich individuell mit Tattoos verziert und gestaltet werden, ohne dass es im Beruf zu Problemen kommen wird. Wer sich also für ein Tattoo interessiert, sollte sich nicht nur Gedanken über das Wunschmotiv oder die selbst bevorzugte Körperstelle machen, sondern sich auch überlegen, wo man derzeit beruflich steht, wo man hin möchte und welche Körperstelle auch in diesem Zusammenhang wirklich geeignet wäre. Wer seine Tattoos im Beruf oder beim Vorstellungsgespräch diese nicht offen zeigt und diese in der normalen Kleidung auch nicht zu sehen sind, muss hier dann in der Regel auch nichts befürchten. So können der moderne Körperkult und auch die berufliche Karriere perfekt miteinander kombiniert werden.

Fazit

Tattoos sind und bleiben Privatsphäre. Die Entscheidung darüber liegt natürlich bei jedem Menschen selbst. Dennoch sollte hier nie vergessen werden, dass es sowohl Arbeitgeber als auch Kunden gibt, die diesem Körperkult eher negativ gegenüberstehen. Doch das eine muss das andere natürlich nicht ausschließen. Wer hier darauf achtet, welches Tattoo an welche Stelle kommt, kann Beruf und privates Tattoo Interesse perfekt miteinander verbinden, ohne dass es hier zu Problemen oder Konflikten kommt.

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