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Acai Beere 09. Dezember 2013 0

Ernährung


In den letzten Jahren ist die Nachfrage nach Acai-Produkten stark gestiegen. Vieles sollen sie können, fast alles sollen sie heilen – halten die südamerikanischen Beeren was sie versprechen?

Woher kommt die Acai-Beere?

Anders als verschiedene andere exotische Gesundheitspflanzen kann die Acai-Beere nicht in Europa angebaut werden. Die Beere ist die Frucht der Kohlpalme, Euterpe oleracea, die im Brasilianischen „açaizeiro“ heißt, woher auch die Bezeichnung für ihre Früchte stammt: Acai. Ausgewachsen kann die Palme eine Wuchshöhe von 20 Metern erreichen, wobei jede Einzelpflanze aus bis zu 25 Stämmen betehen kann. Die tropische Pflanze ist perfekt an ihr natürliches Klima angepasst und bildet einen wichtigen Bestandteil der Nahrung für die Bevölkerung Südamerikas. In ihrem Ursprungsland werden nicht nur die Früchte, sondern auch die Palmherzen verzehrt.

Was die Beere alles können soll

Seit Oprah Winfrey die kleine, dunkellila Frucht als „Superfood“ vorstellte, wurde sie in den USA und auch Europa als nahezu alles könnende Frucht mit wundersamen Wirkungen „entdeckt“. Sie soll:

  • als Colon Cleanser (Dickdarmreiniger) schlank machen
  • als Aphrodisiakum einsetzbar sein
  • für straffe Haut sorgen
  • den Alterungsprozess stoppen
  • bestimmten schwerwiegenden Erkrankungen vorbeugen
  • das Herz-Kreislauf-System stärken

Dementsprechend gibt es von Tag zu Tag mehr Acai-Produkte, insbesondere zur Gewichtsreduktion auf dem Markt. Süß, saftig und prall glänzt die Beere in ihrer Heimat – nach Europa kommt sie allerdings meist in verarbeiteter Form, als Pulver, Tablette oder Saft. Wissenschaftliche Nachweise für die außergewöhnliche Wirksamkeit gerade im medizinischen (und aphrodisischen) Sektor stehen noch aus. Die aggressive Werbung, die viele Hersteller von Acai-Produkten betreiben, machen misstrauisch.

Was ist in der Beere drin?

Tatsächlich ist die kleine Exotin ein Bündel gesunder Inhaltsstoffe. Sie enthält

  • Vitamine
  • Proteine
  • Aminosäuren
  • ungesättigte Fettsäuren wie – Omega-3 und Omega-6
  • Spurenelemente
  • Mineralien (Kalium, Eisen)
  • Antioxidantien

Durch den hohen Ballaststoffreichtum liefert sie im Vergleich zu anderen vergleichbaren Beeren mit ähnlichen Inhaltsstoffen wie beispielsweise auch der optisch ähnlichen Heidelbeere oder der Brombeere, viel Energie bei verhältnismäßig wenig Kalorien (ca. 200 kcal auf 100 g). Das hieße, dass sie bei Diäten durchaus unterstützend verzehrt werden kann.

Acai-Beere als Schlankheitsmittel

Wer verspricht, dass der Verzehr eines bestimmten Nahrungsmittels allein für massive Gewichtsreduktion sorgen könne, ist ein Scharlatan, egal ob dieses Nahrungsmittel Acai, Sauerkraut oder Sahnetorte heißt. Zur dauerhaften Gewichtsreduktion auf normalem Weg gehören immer noch Bewegung und ein personalisierter Ernährungsplan. Ein Nahrungsmittel oder eine Nahrungsergänzung allein bringen Übergewicht nicht zum Verschwinden. Die der Acai-Beere in diesem Zusammenhang nachgesagte Reduzierung des Hungergefühls ließ sich bislang noch nicht wissenschaftlich nachweisen, auch wenn es eine Reihe entsprechender Erfahrungsberichte gibt. Möglicherweise handelt es sich hier um eine subjektive Erfahrung. Andererseits enthält die Beere ja durchaus viele gesunde und gesundheitsfördernde Elemente, die als Ergänzung zu einem vernünftigen Diätplan durchaus nutzbringend vorstellbar sind. Wer also zusätzlich zu ausreichend Bewegung und zu den persönlichen Bedürfnissen passender Ernährung Acai Produkte unterstützend einsetzen möchte, kann das getrost tun.

Die antioxidante Wirkung der Acai-Beere

Nachweislich enthalten sind in der sogenannten Wunderbeere Antioxidantien. Antioxidantien sind Stoffe, die die Körperzellen vor freien Radikalen schützen und so Zelltod und Zellalterung bis zu einem gewissen Grad aufhalten können. Die Acai-Beere enthält Cyanidin-3-O-glucosid und Cyanidin-3-O-rutinosid. Sie sorgen für die violette Farbe der Beeren, haben aber zusätzlich eine wissenschaftlich nachgewiesene antioxidative Wirkung, die Früchte, die sie enthalten, zu einem wertvollen Nahrungsmittel machen. Die Wirkung dieser Anthocyane übersteigt die der Vitamine C und E deutlich. Es gibt auch Untersuchungen, die Acai-Beeren entzündungshemmende und immunstimulierende Wirkung zuschreiben. Andererseits sollte nicht vergessen werden, dass auch Brombeeren, Heidelbeeren, rote Bete, Rotkohl und andere einheimische rote Früchte und Gemüse ebenfalls Anthocyane in unterschiedlich hoher Konzentration besitzen, was sie ähnlich wertvoll macht.

Hält die Beere, was sie verspricht?

Ein Großteil der nachdrücklich verbreiteten Werbebotschaften zur Acai-Beere darf getrost ins Reich der Phantasie verwiesen werden. Sicher ist dennoch, dass sie ein durchaus gesundes und wohlschmeckendes Nahrungsmittel ist, das als Unterstützung für verschiedene Zwecke durchaus eingesetzt werden kann. Ein Allheilmittel ist sie sicher nicht, ein nützliches Nahrungsergänzungsmittel aber durchaus. Oprah Winfrey hat übrigens unterdessen die Firmen verklagt, die ohne ihre Einwilligung mit ihr Werbung für die Wunderwirkung der Acai-Beere machen.

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