» » Suicide Blonde und Granny Hair - Was macht die Trends so interessant?
31. August 2015 0

Haare

Manchmal scheinen Trends wie die Jahreszeiten zu wechseln und oft überraschen sie, wie im Fall der beiden extremen Farben – Suicide Blonde, also eine blass-blonde Färbung der Haare und Granny Hair, zu Deutsch: Großmutterhaar. Ein Ursprung der Farben könnte im Punk- oder Emo-Styling liegen, doch warum kommt der Trend grade jetzt auf, wo die Mode sich mit teils bunten Kleidern, Hemden und kräftigen, erdigen Farben eher am Look der 60er orientiert? Auf den zweiten Blick scheint der Style an ein anderes Stück Kultur zu erinnern. Wir sind dem Trend auf die Spur gegangen.

Grau und Blass-blond – edle Erben des Punk?

blonde-haareBunte und extravagante Frisuren dominieren die Punkszene, wo es zum guten Ton gehört aufzufallen und sich durch grelle, bunte Farben abzugrenzen. Der Einfluss kam neben der Jugendkultur rund um Nieten, Jeans und Antifaschismus auch aus der düsteren Gruftieszene und von den Emos, wo das Styling allerdings oft eher an den Tod erinnert – Suicide Blonde, Selbstmordblond – das blass-blonde Haar wirkt bei einer sehr hellen Gesichtsfarbe nicht wirklich belebend. So wie das Granny Hair findet der helle Ton allerdings einen edleren Auftritt als bei den Punks, bei denen zudem viele Farben kombiniert werden.

Die Herkunft kann durch die Bewegungen demnach nicht komplett geklärt werden. Vielleicht liegt der Einfluss an einer ganz anderen Stelle als in Musik und Jugendbewegung? Das Styling in Verbindung mit Suicide Blonde ist oft auch ein rockiges – mit zerrissenen Jeans, im schicken Unterhemd und mit einem Kopftuch wirkt die Haarfarbe weniger nach Punk als mehr nach der Grunge-zeit zu Beginn der 90er. Punkt ist ungepflegter. Auch das Granny Hair entpuppt sich nach dem Besuch bei der guten Friseuse nicht als dünnes und gräulich-weißes Haar einer Großmutter. Ein roter oder lila Stich lässt das Haar bei guter Pflege positiv glänzen.

Wer hat, der färbt

Vielleicht liegt die Herausforderung der Haarfarben eher bei der Frage, wer sie sich leisten kann- und das ist nichthaare-im-sonnenuntergang preislich gemeint: Mit einem unpassenden und alten Outfit, ungepflegter Frisur mit trockenen oder fettigen Haaren wirken die Trends abstoßend. Um mit den Farben nicht alt auszusehen, ist ein guter Kleidungsstil gefragt. Dunkle Farben können dabei genauso wirken, wie ein bunt geblümtes Hippie-Kleid. Beim Granny Hair ist jugendlicher Charme entscheidend – mit einem sauberen und frischen Hautbild, munteren Augen und einem Lächeln wirkt kein graues Haar nach Großmutter.

Unter den Aspekten der aufwendigen Pflege und der blassen Erscheinung könnte der Trend auch dem Mittelalter entsprungen sein. Der Adel war bekannt dafür blasse Haut und in europäischen Häusern oft auch helle Haare zu haben – wer braungebrannt war, hatte dies von der Arbeit auf dem Feld. Die edle Erscheinung in Verbindung mit schicken Accessoires und passender Kleidung lässt zudem auch den Gedanken an eine moderne, extravagante Prinzessin zu.

Blickfang garantiert

hell-blonde-haareWer mit Suicide Blonde oder Granny Hair in der Stadt und beim Shopping auf die wichtigen Randbedingungen achtet, wirkt nicht wie ein Punk, Gothik oder sieht in wenigen Metern Entfernung noch nach der eigenen Oma aus. Wer sich für die Trendfarben entscheidet, kann sich auf jeden Fall einer Sache gewiss sein – neugieriger Blicke. So weit der Versuch die Trends zu erklären durch die Geschichte führte und so unklar die wahre Herkunft bleiben wird, so selbstbewusst, mystisch, erhaben und vielleicht ein wenig frech erscheinen die Haarfarben bei einem passenden und gepflegten Style.

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