» » Stevia - Für und Wider des neuen Süßstoffs
Zuckeralternative 15. März 2014 0

Ernährung


Seit einiger Zeit sehen wir in den Supermärkten immer mehr Produkte, die Stevia enthalten – einen Süßstoff aus Lateinamerika, der in der Lebensmittelherstellung in Europa erst seit relativ kurzer Zeit verwendet wird. Doch ist Stevia überhaupt gesund und gut für uns – oder sollten wir die Finger davon lassen? Wir haben das Für und Wider des neuen Süßstoffs für Sie recherchiert.

Keine Karies, aber ein gewöhnungsbedürftiger Geschmack

Stevia – so heißt der Süßstoff, der seit einiger Zeit den Lebensmittelhandel in Deutschland geradezu überschwemmt. Ein Gang durch einen ganz gewöhnlichen Supermarkt offenbart, dass der Süßstoff, der aus den Blättern der lateinamerikanischen Stevia-Pflanze gewonnen wird, inzwischen in zahlreichen Lebensmitteln enthalten ist. Selbst reine Süßungsmittel, die auf Stevia-Basis hergestellt sind, können wir kaufen. Doch Stevia spaltet die Nation. Denn darüber, wie gut und gesund der Stoff tatsächlich ist, wird heftig gestritten. Befürworter loben, dass Stevia keine Karies verursacht, den Blutdruck senken und bei Diäten unterstützend wirken kann. Steviolglycosid, so der Fachbegriff für den Süßstoff, süßt ist bis zu 300-mal stärker als Saccharose. Steviolglyoside haben kaum Kalorien.
Andere lehnen den Süßstoff ab: Der Geschmack ist durchaus gewöhnungsbedürftig. Zwar süß, doch nicht mit Zucker vergleichbar, schmeckt Stevia vielen, die es ausprobiert haben, schlichtweg nicht. Im Dezember 2011 wurde Stevia für die Nahrungsmittelindustrie in Europa zugelassen. Was vielen Verbrauchern nicht klar ist: Produkte, die Stevia enthalten, sind nicht pauschal kalorienarm. Denn viele von ihnen enthalten nicht nur Stevia, sondern auch gewöhnlichen Zucker, und davon nicht gerade wenig. Zudem sorgen andere Bestandteile vieler Produkte mit Stevia-Anteil, etwa Mehl, für eine nicht geringe Kalorienzufuhr. So sind viele dieser Produkte letztendlich zwar ein wenig kalorienärmer, aber die Differenz im Vergleich zum herkömmlichen Produkt ist so gering, dass damit die Kilos letzten Endes doch nicht purzeln. Softdrinks, denen Stevia zugesetzt ist, enthalten häufig nur fünf bis fünfzig Kalorien weniger als Softdrinks ohne Stevia.

Jojo-Effekt und Unverträglichkeitsreaktionen werden befürchtet

Was Gegner des Süßstoffs ebenfalls immer wieder betonen, ist, dass die Langzeitfolgen einer Ernährung mit Stevia noch nicht erforscht sind. Über mögliche Spätfolgen ist zwar nichts bekannt. Sie können aber deshalb auch nicht ausgeschlossen werden. Nicht von ungefähr dürfen Nahrungsmittelhersteller in Europa bislang nur geringe Mengen des Süßstoffs für unsere Lebensmittel verwenden, und dies auch nur in einigen Lebensmittelkategorien. Nicht auf allen Produkten, die dies betrifft, ist der Begriff Stevia auch erwähnt. Wer sich Klarheit darüber verschaffen möchte, ob er im Supermarkt gerade zu einem Stevia-Produkt gegriffen halt, der sollte sich die lebensmittelchemischen Verschlüsselungen aufmerksam durchlesen. Stevia ist möglicherweise nur als Zusatzstoff E 960 gekennzeichnet. Aufhorchen lässt auch die Tatsache, dass Ernährungswissenschaftler die Aufnahme von mehr als zehn Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht nicht befürworten. Sie befürchten Unverträglichkeitsreaktionen, wenn dieser Wert dauerhaft überschritten wird.
Skeptiker verweisen zudem darauf, dass Frauen, die häufig zu Stevia-Produkten greifen, weil sie an Gewicht verlieren möchten, sehr wahrscheinlich zu Opfern des berühmt-berüchtigten Jojo-Effekts werden. Denn die Gegner des Süßstoffs gehen davon aus, dass das Gehirn Stevia nicht als „Zucker“ akzeptiert und somit das Verlangen nach Süßem immer drängender wird, wenn man Stevia konsequent als Zuckerersatz verwendet und keine Produkte mit gewöhnlichem Zucker mehr zu sich nimmt. Die Folge ist demnach, dass die jeweilige Person früher oder später die Süßigkeitenschublade plündert. So sorgt Stevia dieser Auffassung zufolge für eine Gewichtszunahme.
Fazit: Ob Stevia gut für uns ist oder nicht, lässt sich aktuell nicht pauschal sagen. Klar ist hingegen, dass der Süßstoff keine Karies verursacht – und dass sein Geschmack jenem von Zucker nicht gleicht. Darüber, ob Stevia Diäten tatsächlich unterstützen kann, streiten die Experten.

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