» » Shinrin Yoku - Waldbaden tut Körper und Seele gut
Herbstspaziergang 02. November 2018 0

Gesundheit

Waldbaden ist ein achtsames Schlendern duch den Wald mit allen Sinnen. In Japan gehört Shinrin Yoku seit den 1980er Jahren zur ganzheitlichen Gesundheitsvorsorge. Waldmedizin wird an japanischen Universitäten gelehrt. Wie Substanzen in der Waldluft beispielsweise das Immunsystem stärken, zeigen wir hier.

Komponenten des Waldbadens

Beim Waldbaden wird eine Strecke von zwei bis drei Kilometern in circa 60 bis 90 Minuten zurückgelegt. Die Langsamkeit, das Innehalten und das Spüren mit allen Sinnen spielen beim Waldbaden eine wichtige Rolle. Es kommt nicht auf die Länge der zurückgelegten Strecke an. Angeleitete Achtsamkeits- oder Atemübungen begleiten das Waldbaden in einer Gruppe. Auch Dehnungsübungen können hinzukommen. Eine Solozeit kann jeder Teilnehmer nach eigenen Wünschen gestalten, zum Ausruhen auf einem Baumstamm mit geschlossenen Augen oder um die Natur näher zu betrachten, zu riechen oder zu fühlen.

Anregung des Immunsystems

herbstPflanzen sondern antibiotisch wirkende Stoffe (Terpene) an die Luft ab, um sich vor Krankheitserregern und Schädlingen zu schützen. Forscher der Nippon Medical School in Tokio fanden heraus, dass diese Terpene auch auf den Menschen wirken. Wenn der Mensch durch den Wald geht, wird auch das menschliche Immunsystem durch die Ausschüttung der Terpene angekurbelt. Es kommt zu einer vermehrten Bildung von weißen Blutkörperchen. Die weißen Blutkörperchen bekämpfen von außen eindringende Keime und auch Krebszellen. Nach einem Waldspaziergang befinden sich ungefähr 50 Prozent mehr weiße Blutkörperchen im Blut als vor dem Waldbaden. Clemens Arvay berichtet in seinem Buch „Der Biophilia-Effekt“ davon, dass Menschen, die in Waldnähe leben, seltener an Krebs erkranken als die Menschen, die keinen Wald in ihrer Nähe haben.

Förderung des Herz-Kreislauf-Systems

Durch das Waldbaden kann die Ausschüttung des körpereigenen Hormons Dehydroepiandrosteron (DHEA) gefördert werden. Beim Älterwerden und bei Stress nimmt die Produktion von DHEA im menschlichen Körper ab. DHEA stärkt das Herz, Gefäße und Zellen. Es wirkt stress- und altersbedingten Ermüdungserscheinungen des Körpers entgegen. Daher wird das Hormon auch als Jungbrunnen bezeichnet. Auch das Risiko für Diabetes, Osteoporose und Krebserkrankungen kann DHEA senken.

Mehr innere Ruhe durch Stressabbau

Die ruhige und natürliche Atmosphäre im Wald hat eine positive Wirkung auf den Parasympathikus. Der Parasympathikus ist Teil des vegetativen Nervensystems. Er steuert unwillkürlich innere Organe, den Blutkreislauf und den Stoffwechsel. Der auch Ruhenerv genannte Parasympathikus sorgt für die Erholung des Körpers. Wird der Parasympathikus im Wald durch beruhigendes Wasserrauschen oder durch Vogelgezwitscher aktiviert, sinkt automatisch der Stresspegel. Ein erhöhter Blutdruck oder ein erhöhter Puls können dadurch wieder auf ein gesundes Maß sinken.

Waldbaden

In Zeiten ständiger Erreichbarkeit durch mobile Internetgeräte kommen das bewusste Abschalten und Entspannen im Alltag oft zu kurz. Das Waldbaden bietet eine leicht umzusetzende Auszeit für Körper und Seele. Für Anfänger ist ein geführtes Waldbaden eine Möglichkeit, sich mit dem Ablauf vertraut zu machen. Im Netz findet man dazu eine Vielzahl an Angeboten von Kurleiter/innen.

Bewerten Sie diesen Artikel
Bewertung 0 / 5 (0 votes cast)
0RETWEETSTweet
0GOOGLE +1+1
0SHARESTeilen

Ähnliche Artikel

Kommentare0

Schreibe einen Kommentar

Neu in Gesundheit