» » Schüssler Salze – Was bringts wirklich?
Homöopathie-Salze 02. Dezember 2013 0

Ernährung


Die seit Jahrzehnten sehr beliebten Schüssler Salze wurden bereits vor mehr als 140 Jahren von dem deutschen Homöopathen Wilhelm Schüßler entwickelt und von ihm für eine neue Heilmethode genutzt. Der Erfinder war fest davon überzeugt, dass alle Erkrankungen des menschlichen Organismus durch eine Funktionsstörung im Mineralstoffwechsel verursacht werden. Er erfand insgesamt zwölf Salze, die jedoch von der Schulmedizin lange Zeit ignoriert wurden. Erst als im Dritten Reich hartnäckig für die „Neue Deutsche Heilkunde“ geworben wurde, avancierten die Schüssler Salze quasi über Nacht zu einem beliebten Heilmittel in der alternativen Heilkunde. Die Heilwirkung der Schüssler Salze jedoch ist stark umstritten.

Schüssler Salze verursachen keine Nebenwirkungen

Bei der Herstellung der insgesamt zwölf Schüssler Salze verzichtete der Erfinder auf aktive Inhaltstoffe und übernahm stattdessen die hohen Verdünnungen aus dem medizinischen Fachgebiet der Homöopathie. Schüssler Salze wirken auf biochemischen Grundlagen. Wilhelm Schüßler war wie heute viele begeisterte Anwender fest davon überzeugt, dass Patienten allein durch die Einnahme eines seiner Salze von ihren Erkrankungen geheilt werden können.

Die Heilwirkung von Schüssler Salzen wurde wissenschaftlich nie untersucht

Bis zum heutigen Tag wurden niemals wissenschaftliche Studien über eine Heilwirkung der Schüssler Salze durchgeführt. Die Schüssler Salze ließen sich auch ohne den Nachweis ihrer Wirksamkeit sehr gut verkaufen. Dass Studien durchgeführt wurden, wegen unerwünschten Ergebnissen jedoch nicht veröffentlicht wurden, kann nicht zweifelsfrei ausgeschlossen werden, ist aber eher unwahrscheinlich. Die große Beliebtheit, der sich die zwölf Schüssler Salze seit Jahrzehnten erfreuen, könnte ein Bewies für die Heilwirkung dieses alternativen Heilmittel sein. Allerdings, so behaupten die Skeptiker, ist selbst die Tatsache, dass sich ein Patient nach Einnahme von Schüssler-Salz besser fühlt, kein sicherer Beweis für die Wirksamkeit dieser Salze. Denn dafür kann ebenso gut der Placebo-Effekt verantwortlich sein.

Schüssler Salze sind in verschiedenen Dareichungsformen erhältlich

Schüssler Salze können eingenommen aber auch äußerlich angewendet werden, Die Salze werden als Tabletten mit unterschiedlich hohen Dosierungen, als Tropfen, sowie als Globuli, als Salbe und als Gel angeboten. Besonders schnell soll das Schüssler-Salz Nummer 7 „Magnesium Phosphoricum“ gegen starke Krämpfe und Schmerzen wirken, wenn dieses als sogenannte „Heiße 7“ zubereitet und angewendet wird. Doch auch die übrigen elf Schüssler Salze können nach derselben Methode zubereitet werden, wenn eine besonders schnelle und starke Wirkung erzielt werden soll.

Die Schüssler Salze in der modernen Medizin heute

Seitdem Wilhelm Schüßler die 12 Salze erfunden und zu Heilzwecken einsetzte, hat sich in der Medizin vieles verändert. Dies gilt besonders für die Diagnosemethoden sowie für die medizinische Forschung. Inzwischen konnten von den in der medizinischen Forschung beschäftigten Wissenschaftler eine ganze Reihe weiterer, für den menschlichen Organismus lebenswichtige Mineralstoffe entdeckt werden. Aus diesen wurden die auf biochemischer Basis wirkenden Ergänzungsmittel Nummer 13 bis Nummer 27 entwickelt und hergestellt. Im Jahr 2003 wurden die zwölf Schüssler Salze sowie die fünfzehn Ergänzungssalze durch weitere sieben Mineralsalze ergänzt. Auch diese Ergänzungs-Salze können in den für Schüssler Salze üblichen, empfohlenen Dosierungen eingenommen werden. Überzeugte Anhänger der klassischen Schüssler Salze sind auch heute fest davon überzeugt, dass auf die Anwendung der Ergänzungssalze verzichtet werden kann.

Fazit:

Eine Behandlung mit Schüssler Salzen kann eingeschränkt empfohlen werden, da eine Heilung nicht auszuschließen ist und eine Behandlung keine Nebenwirkungen hat. Die Wirkung eines möglichen Placebo Effekts wurde zwar wissenschaftlich bisher nicht belegt, doch das Risiko, das eine vielleicht lebensbedrohliche Erkrankung zu spät diagnostiziert wird, ist im Bereich des Denkbaren. Sehr positiv zu bewerten ist die Tatsache, dass bei den Tests der zum Verkauf angebotenen Schüssler Salze festgestellt wurde, dass in den Mineralsalzen keine Spur von krebserregendem Arsen nachgewiesen werden konnte.

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