» Schönheitschirugie: Auch für junge Leute geeignet?
plastische Chirurgie 30. Mai 2014 0


Der Zwang, so gut wie möglich auszusehen, hat in den letzten Jahren nicht nur bei den älteren Generationen bedenkliche Ausmaße angenommen, sondern auch bei den Jugendlichen. Da Kinder und Jugendliche besonders leicht zu beeinflussen sind, ist so ein Trend mehr als bedenklich.

So jung schon unters Messer legen (lassen)?

Es häufen sich die Fälle, in denen bereits Jugendliche den Wunsch äußern, sich für ihre Schönheit unters Messer zu legen. Da wollen sich zum Beispiel 14-Jährige die Brüste vergrößern lassen, da „längst alle größere Brüste haben“, und so mancher Jugendlicher mag auch schon mit seiner Nase gehadert haben, wenn diese nicht dem aktuellen Schönheitsideal entspricht. Wie es zu dieser Entwicklung gekommen ist? Nun, zum einen dürften die Medien einen nicht unerheblichen Einfluss auf diese Entwicklung gehabt haben. Denn fast überall werden in den Medien nur noch Menschen gezeigt, die makellos aussehen. In den TV-Spots und auf den Titelseiten der Zeitschriften gibt es kaum Menschen, die irgendein Makel haben. Und wenn, werden diese so gut wie möglich wegretuschiert. Kein Wunder also, wenn so manch ein Jugendlicher sich für „anders“ hält, weil sein Aussehen anscheinend nicht der Norm entspricht. Doch auch der Gruppenzwang dürfte eine große Rolle spielen. Wenn alle Freunde und Klassenkameraden sich hauptsächlich nur noch darum bemühen, gut auszusehen, wie sollte man da nicht mitziehen wollen? Schließlich will man ja dazugehören. Dazu kommt noch, dass sich bei vielen Menschen die Überzeugung auszubilden scheint, dass lediglich ein bestimmter Makel sie davon abhält, glücklich zu sein und ein perfektes Leben zu führen. Kinder und Jugendliche und oft auch Erwachsene sind manchmal einfach nicht in der Lage zu erkennen, dass eine Schönheitsoperation das Leben nicht wirklich besser machen wird, solange sie sich selbst nicht akzeptieren. Daher sind viele Experten und auch Politiker dafür, Jugendlichen zu verbieten, sich bereits in jungen Jahren unter das Messer zu legen. Denn als Erwachsener trägt man den jüngeren Menschen gegenüber eine Verantwortung, und diese Verantwortung sollte dazu genutzt werden, den Jugendlichen alternative Handlungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel eine Psychotherapie zu machen, um das Selbstwertgefühl zu stärken, aufzeigen.

Die Risiken

Doch nicht nur moralisch, sondern auch in Bezug auf die oft noch nicht abgeschlossene körperliche Entwicklung von Jugendlichen sollte man dafür sorgen, dass sich Jugendliche nicht voreilig operieren lassen. Denn wenn man Jugendlicher ist, ist die körperliche Entwicklung noch lange nicht abgeschlossen. So kann es gut sein, dass die Brüste im Laufe der Pubertät eh noch größer werden würden, und vielleicht passen sich die Gesichtszüge im weiteren Verlauf der körperlichen Entwicklung ja auch noch so an, dass eine kleine Nase gar nicht mehr zum restlichen Gesicht passen würde. Dazu kommt, dass so ein chirurgischer Eingriff mit etlichen Risiken verbunden ist. So kann es zum Beispiel zu Infektionen, Narben und vor allem erheblichen Schmerzen kommen. Wenn es ganz schlimm kommt, kann man auch an einen „Pfuscher“ geraten, der einen so entstellt, dass weitere Operationen notwendig werden, oder dass man in irgendeinem Bereich für immer geschädigt sein wird. Diese Risiken werden bei dem Gedanken an das „schnelle Glück“ gerne mal außer Acht gelassen, oder mit der Idee abgetan, dass solche Risiken das wahrscheinliche Ergebnis wert wären. Natürlich gibt es einige Fälle, wo der Wunsch nach einem chirurgischen Eingriff nachvollziehbar ist, und eventuelle auch gewährt werden sollte. Das kann beispielsweise dann sein, wenn jemand eine Hasenscharte hat, oder nach einem Unfall teilweise entstellt ist. Doch nur um einen aktuellen Trend zu folgen, sollte man unnötige Risiken lieber vermeiden und stattdessen versuchen, sich so zu akzeptieren, wie man ist. Denn wenn man aus der Narkose erwacht, wird man letztendlich immer noch dieselbe Person sein. Nur eben mit einer anderen Nase, einem größeren Brüsten oder weniger Bauchansatz. Und das ist es ja nicht, was einen Menschen im Endeffekt ausmacht, oder?
Mittlerweile hegen auch immer mehr Jugendliche den Wunsch, sich einer Schönheitsoperation zu unterziehen, um eventuelle Makel beseitigen zu lassen. Dem sollte man jedoch eher entgegen wirken, da es letztlich darum geht, sich selbst und seine Makel zu akzeptieren. Natürlich kann einem das mit einer Schönheitsoperation erleichtert oder gar abgenommen werden, aber ist das auch wirklich die ganzen Risiken wert?

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