» » Sanfte Füße durch Knabberfische
Knabberfische 20. Januar 2014 0

Nagelpflege


Wie die Pediküre im Aquarium der Hornhautraspel Konkurrenz machen will

Klassische Pediküre m. FußmassageAls neuer außergewöhnliche Wellness-Trend kam vor einiger Zeit in zahlreichen Beautysalons ein Fußbad in einem Aquarium voller Kangalfische auf, welche lästige Hornhaut vom Fuß einfach abknabbern und so für ein außergewöhnliches Wellness-Erlebnis sorgen sollten. Wie diese ungewöhnliche Methode, die offiziell mittlerweile nur im Ausland praktiziert werden darf, funktioniert, ob sie mit der altbewährten Hornhautraspel mithalten kann und was deutliche Kehrseiten der Anwendung von Knabberfischen sind, lesen Sie hier.

So funktioniert’s

Der Rötliche Saugbarbe, auch Kangalfisch oder Gara Rufa genannt, der ursprünglich aus der Türkei kommt, wurde Pediküre Cremezunächst im medizinischen Bereich zum Beispiel zur Behandlung von Warzen oder Neurodermitis eingesetzt. Der kosmetische Zweck, welchem er dienen kann, ist die gründliche Entfernung von Hornhaut an den Füßen. Hierbei wird nach dem Waschen der Füße meist zunächst eine kurze gewöhnliche Pediküre durchgeführt. Danach werden die Füße in ein warmes Wasserbecken mit den Knabberfischen gehalten. Der Vorgang dauert etwa eine halbe bis zu einer Stunde. Die Kangalfische knabbern abgestorbene Hautschuppen ab und die Füße sind weicher und sanfter und wirken gepflegter. Dabei sollen die Fische der Hornhaut Eiweiß entziehen und ein Sekret mit heilender Wirkung abgeben. Weh tut das ganze nicht – Die Berührungen der bis zu 5 cm großen Fische werden häufig als leichtes Kitzeln oder Anstupsen beschrieben.

Fische vs. Hornhautraspel

Die Wirkung der Fisch-Pediküre ist merkbar insofern, dass sich die Füße sanfter anfühlen und von einigen abgestorbenen Hautresten befreit sind. Allerdings werden wirklich harte Hornhautstellen durch die Kangalfische nicht entfernt, was nach der Behandlung oft den Griff zu einem zusätzlichen Hornhautentferner erfodert. Verschiedene Hornhautraspelmodelle sind im Drogeriemarkt für wenige Euros recht kostengünstig zu erstehen. Der Fisch-Pediküre gegenüber haben sie neben dem preislichem Vorteil den Vorzug, dass sie auch hartnäckige Hornhaut entfernen und zu Hause je nach Bedarf regelmäßig angewendet werden können. Auch sind Hornhautraspeln mit verschiedenen Reibeflächen erhältlich, so dass sie individuell nach dem Grad der Verhärtung der Haut ausgewählt werden können. Allerdings ist beim Einsatz von Hornhautraspeln ein gewisser körperlicher Aufwand erforderlich, der sicherlich mit dem entspannenden Wellness-Erlebnis, welches man bei der Fisch Pediküre erfährt, nicht zu vergleichen ist.

Die Kehrseite der Fisch-Pediküre

Die Pediküre im Kangalbecken ist innerhalb von ganz Deutschland nur zu medizinischen Zwecken erlaubt. Zu Schritte der Pedikürekosmetischen Zwecken, unter welche das Entfernen von Hornhaut fällt, dürfen die kleinen Beiser seit Anfang 2012 offiziell nicht mehr eingesetzt werden. Die Begründung hierfür liegt darin, dass die Fische als Wirbeltiere nicht zu Zwecken instrumentalisiert werden dürfen, bei denen die Belastung der Kangalfische schwerwiegender ist, als der Nutzen, den ein Mensch dabei erfährt. Die Belastung besteht darin, dass die Fische beispielsweise durch häufiges Umsetzen einem unnötigen Stress ausgesetzt sind. Außerdem besteht für sie bei der Fisch-Pediküre Verletzungsgefahr. Darüber hinaus wäre es aus hygienischen Gründen und zur Vermeidung von Krankheiten wie Hepatitis erforderlich, jeden Fisch nur ein einziges Mal einzusetzen. Die weitere tiergerechte Versorgung oder gar der Schutz vor Tötung der Tiere wäre nach dem einmaligem „Gebrauch“ eines Fisches nicht mehr gesichert.

Fazit

Obgleich die Fisch-Pediküre ein Wellness-Erlebnis der besonderen Art verspricht, sollte man – auch in europäischen Ländern, die dies erlauben – aus vielerlei Gründen auf den Gebrauch der altbewährten Hornhautraspel zurückgreifen, dessen Resultat mit dem der Fisch-Pediküre sicherlich mithalten kann. Dies sollte man zum einem zum Schutze der Kangalfische als fühlende Lebewesen tun und zum anderen aus hygienischen Gründen. Trifft man in Deutschland auf einen Anbieter der Fisch-Pediküre zu kosmetischen Zwecken, ist sicher, dass dieser nicht legal handelt, was seine Seriosität stark in Frage stellt. Sehnt man sich nach einem prickelnden Wellness-Erlebnis, bieten sich viele Alternativen, welche weder Tier noch Mensch schaden.

Bewerten Sie diesen Artikel
Bewertung 0 / 5 (0 votes cast)
0RETWEETSTweet
0GOOGLE +1+1
0SHARESTeilen

Ähnliche Artikel

Kommentare0

Schreibe einen Kommentar

Neu in Nagelpflege