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Nahrungsergänzungsmittel 06. Dezember 2013 0

Ernährung

Die einen unterstützen ihre Ernährung mit Vitamin C-Präparaten in Grippezeiten, für die anderen gehört eine zusätzliche Nährstoffversorgung durch Nahrungsergänzung schon fast zum modernen Lifestyle dazu. Doch so sinnvoll in bestimmten Situationen die Unterstützung einer ausgewogenen Ernährung auch sein mag, die Gefahren sollten nicht unterschätzt werden.

Nahrungsergänzungsmittel sind genau definiert

Wer sich im Drogeriemarkt oder bei Onlineapotheken so umsieht, der findet ein reichhaltiges Angebot an Nahrungsergänzungsmitteln. Ob als Brausepulver, Tablette oder Kapsel zur täglichen Einnahme, für fast jeden Bedarf und jede vermeintliche Mangelerscheinung gibt es das richtige Präparat. Wer sich näher mit dem Thema befasst, wird feststellen, dass der Begriff des Nahrungsergänzungsmittels in Deutschland sehr tablettengenau definiert und damit eingeschränkt ist. Denn im Gegensatz zu einem Arzneimittel handelt es sich bei den Ergänzungspräparaten um Lebensmittel, die nicht zulassungspflichtig sind. Meist enthalten sie eine breite Palette an Nährstoffen und weiteren Zutaten wie etwa Vitaminen, Mineralstoffen sowie Amino- und essentielle Fettsäuren. Um die Natürlichkeit zu unterstützen, werden Ballaststoffe und Pflanzen- sowie Kräuterextrakte beigefügt. Laut Richtlinie der deutschen Gesetzgebung spricht man dann von einem Nahrungsergänzungsmittel, wenn eine bestimmte Konzentration aus Nährstoffen mit ernährungsspezifischer Wirkung in individuell dosierter Form auf den Markt gebracht wird. Die Darreichungsform kann dabei die Form von Pastillen, Tabletten, Brausetabletten oder Pulverbeuteln und Flüssigampullen haben.

Gründe für Einnahme sind meist ähnlich

Wer heutzutage Nahrungsergänzungsmittel nimmt, will seinen Körper und Geist gesund erhalten oder das Immunsystem stärken und damit Erkrankungen vorbeugen. Ein weiteres wichtiges Argument der Befürworter ist meist darin begründet, dass aufgrund der nährstoffarmen Böden auch deren Früchte weniger Nährstoffe erhalten und man sich damit gar nicht mehr komplett gesund ernähren kann. Das Hauptproblem liegt in der Fehl- und Mangelernährung, die sich vor allem in der modernen Zivilisation breit gemacht hat. Doch es muss klar sein, dass einseitige Ernährung auch nicht durch ein paar Vitamin C-Tabletten oder Multivitaminpräparate ausgewogen und gesund gestaltet werden kann.

Für Risikogruppen ist Einnahme durchaus sinnvoll

Auch wenn es grundsätzlich ein Streitthema ist, ob nun Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sind oder nicht, ist eines klar. Wer durch eine besondere Lebenssituation wie etwa einer Schwangerschaft oder aber während der Stillzeit erhöhten Nährstoffbedarf hat, der ist mit Supplements durchaus gut beraten. Sogar Säuglinge erhalten kurz nach der Geburt Vitamin K Präparate und während des ersten Lebensjahres ein Vitamin D Präparat. Wer Hochleistungssport betreibt oder zu einer der Risikogruppen wie etwa Rauchern oder Alkoholikern zählt, der sollte auf die Einnahme der Nahrungsergänzungsmittel nicht verzichten. Denn auch hier besteht erhöhter Bedarf an gewissen Vitaminen, der über eine herkömmliche Ernährung kaum ausgeglichen werden kann.Nahrungsergänzungsmittel

Überdosierung nicht unterschätzen

Auch wenn die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln von den Herstellern meist als unbedenklich empfohlen wird, sollte das Risiko einer Überdosierung nicht außer Acht gelassen werden. Biotin und Folat sind in hohen Konzentrationen allerdings kaum problematisch, da sie wasserlöslich sind und daher über die Nieren einfach ausgeschieden werden. Wer allerdings auf Dauer zu viel an Vitaminen und Mineralstoffen zu sich nimmt, muss mit gesundheitlichen Konsequenzen rechnen. So kann etwa eine hohe Dosis Vitamin C über einen längeren Zeitraum hinweg Nierensteine verursachen. In jedem Fall sollten aber Wechselwirkungen beachtet werden, die bei gleichzeitiger Einnahme von ärztlich verordneten Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln auftreten kann. Meist tritt hier ein Ausschlag oder Symptome wie Kopfweh, Schlappheit oder übermäßige Müdigkeit auf.
Wer tatsächlich gesundheitliche Beschwerden hat, der sollte diese unbedingt medizinisch abklären lassen. Alle anderen, die lediglich mit Nahrungsergänzungsmitteln ein Defizit in der Ernährung ausgleichen möchten, sind mit frischem Obst und Gemüse besser beraten.

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