» » Künstliche Nägel, Piercings und Lacke – ein Gesundheitsrisiko?
künstliche Nägel 13. Januar 2014 0

Nageldesign


Nagelstudios boomen, und man könnte fast sagen: immer noch. Es ist nun schon seit einigen Jahren in Mode, dass die Dame von Welt ihre Nägel lang, gefeilt, lackiert, mit bunten Mustern oder Motiven versehen und mit Strasssteinchen besetzt, gepierct und mit Kettchen verziert trägt. Aber ist das gesund?

Was geht mit den Nägeln?

Brüchige FingernägelEs gibt unzählige Produkte, die sich der Nagelverschönerung zurechnen lassen, und es gibt unzählige Berichte, dass das ein oder andere Produkt mit gesundheitlichen Gefahren verbunden ist. Was ist da nun dran? Und vor allem: Sind die Lacke, Aufkleber, Steinchen und Glitzerpulver auf dem natürlichen Nagel besser aufgehoben? Nageldesign ist eine zwiespältige Sache, über die man wunderbar streiten kann, wie es scheint. Und wenn man die Männer fragt, erhält man ohnehin eine eher ablehnende Haltung. Die wollen ihre Damen in der Regel im Evaskostüm, auch in Sachen Nägel. Und ein Nagel, der ein Piercing trägt, ist zwar außergewöhnlich, aber im Alltag doch eher hinderlich.

Maniküre, French oder Nude

Pflege NagellackDas ist die wohl einfachste Art, die Fingernägel zu behandeln: Sie werden sauber geschnitten, das Nagelbett wird gereinigt und lose Haut wird entfernt, Risse werden zum Heilen gebracht und alles wird ordentlich gefeilt. Viereckige, kantige Formen sind wieder etwas aus der Mode gekommen, die Nägel werden im Moment eher rundlich bis leicht spitz getragen. Das alles fällt unter Maniküre, hat mit Nageldesign wenig zu tun. French heißt, dass die Nägel eventuell mit einem klaren Lack überzogen werden, der nicht färbt, und dass weißer Nagelstift auf der Unterseite des Nagels aufgetragen wird. Wenn es um Nude geht, wird der Finger nicht etwa nackig gemacht, sondern man verzichtet auf den weißen Nagelstift und setzt statt klarem Lack einen hautfarbenen Lack auf den Nagel. Das hat die üblichen gesundheitlichen Folgen: Leichte Verletzungen im Nagelbett können nach ordentlicher Maniküre gut ausheilen, denn Pflege gehört zum Programm. Der Lack tut den natürlichen Nägeln normalerweise nichts, er kann aber, wenn dauerhaft getragen, den Nagel etwas austrocknen und ihn dadurch brüchiger machen. Dagegen helfen auch Unterlack, Überzüge und Pflegestifte nichts – Nägel brauchen einfach manchmal Pause vom Schönsein.

Acryl oder Gel, Auffüllen oder Abnehmen?

Wer von der Natur nicht mit schönen, ebenmäßigen Nägeln gesegnet ist, kann sich künstliche Nägel zulegen. Künstliche NägelDie aus Acryl oder Gel gefertigten Aufsätze werden auf den natürlichen Nagel aufgebracht und in Form gefeilt, erst danach gibt es Farbe, Lack, Muster, Glitzerpulver, Strasssteinchen, Aufkleber oder gar Piercings. Da der natürliche Nagel im Laufe der Zeit wächst, schieben sich Gel- und Acrylnagel immer weiter nach vorne, es entsteht eine Lücke zwischen dem künstlichen Nagel und dem Nagelbett. Die kann immer wieder aufgefüllt werden, normalerweise ist das nach etwa zwei bis vier Wochen nötig. Nun geistern da die schlimmsten Horrormärchen von abgefaulten Nägeln, kaputten Fingern, entzündeten Nagelbetten durch die künstlichen Nägel durch Internetforen und Fachkreise. Was ist dran? Nun, nichts. Oder viel, je nach Standpunkt. Wenn ein Nagelstudio hygienisch einwandfrei arbeitet, hochwertige Materialien benutzt und die Pflegerinnen gut ausgebildet sind, passiert den Nägeln und Fingern (respektive Fußzehen) nichts. Gesundheitliche Probleme sind in der Regel auf minderwertige Materialien (Acryl, Gel, Lacke, Farben et cetera), mangelnde Hygiene und fehlende Ausbildung zurückzuführen. Mit einer Ausnahme: Manche Nägel und Nagelbetten sind einfach nicht für künstliche Nägel geeignet. Wenn die Haut extrem empfindlich ist, Allergien vorliegen, die Nägel etwas verwachsen sind oder Infektionen vorhanden sind, dürfen keine nagelkosmetischen Behandlungen erfolgen.

Woran erkennt man ein gutes Nagelstudio?

Ein gutes Nagelstudio ist nicht so einfach zu finden. Die Einhaltung der Hygienevorschriften können Sie als Kundin noch ganz leicht kontrollieren: Die Pflegerinnen und Pfleger müssen Mundschutz und Handschuhe tragen, die Handschuhe müssen nach jeder Kundin gewechselt oder desinfiziert werden. Die Instrumente müssen steril sein, also ausgekocht und desinfiziert, und Kundinnen mit offenkundigen gesundheitlichen Problemen wie Nagelpilz oder anderen Hautinfektionen müssen abgelehnt werden. Die Ausbildung der Nageldesigner/-innen können Sie erfragen, manchmal hängen die entsprechenden Diplome aus. Aber das Material, das verwendet wird, ist schwer zu überprüfen. Als Faustregel gilt, dass die höherwertigen Materialien in der EU und in den USA hergestellt werden, während viele Produkte aus dem asiatischen Raum nicht so hochwertig sind. Eine Unterscheidung wie beispielsweise dass amerikanische Gelnägel toll und asiatische Acrylnägel schädlich sind, kann man so nicht treffen. Was in den künstlichen Nagel eingesetzt wird, ob er mit Airbrush, Aufklebern, Schablonen, dem Pinsel, einem Piercing oder eingesetzten Glitzersteinen verziert wird, hat lediglich hinsichtlich der Materialqualität Einfluss auf die Gesundheit.

Also doch nicht gefährlich?

Wenn Ihnen jemand erzählt, dass Acrylnägel besser sind als Gelnägel oder umgekehrt, müssen Sie das nicht glauben, denn es ist schlicht Unfug. Beide Materialien bestehen letzten Endes aus Acryl, das den natürlichen Nagel sowie die umgebende Haut versiegelt, weder Sonnenlicht, noch Sauerstoff heran lässt. Das schadet auf die Dauer, macht Nägel und Haut anfällig. Und das ist natürlich auch bei einem guten Nagelstudio der Fall, es liegt schlicht in der Natur der Sache. Und das ist bei schlichtem Lack auch so – Fingernägel sollten, wie Haut, so wenig wie möglich am Atmen gehindert werden. Was nicht heißt, dass Sie nicht ab und an dem Schönheitswahn frönen dürfen: Das richtige Maß ist ausschlaggebend. Gönnen Sie Ihren Nägeln nach jeder Behandlung eine Pause, dann werden Sie auch gesund bleiben. Einfach Aufkleber, etwas Lack und Nagelstift sind übrigens generell eher harmlos. Bei allem anderen kommt es auf die genaue chemische Zusammensetzung an, und die ist bei jedem Hersteller anders. Als Kundin haben Sie kaum die Möglichkeit, die Zusammensetzung der verwendeten Produkte einzusehen.

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