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schminke 13. Mai 2014 0

Kosmetik


Das Interesse an tierversuchsfreier Kosmetik steigt immer stärker und damit auch die Unsicherheit unter den Verbrauchern, denn tierversuchsfreie Kosmetik ist nicht immer auf den ersten Blick als solche zu erkennen. So stellen sich Verbraucher häufig folgende Fragen : Wie erkenne ich Kosmetik ohne Tierversuche? Gibt es Siegel, auf die ich mich hundertprozentig verlassen kann? Werden die Vorschriften für tierversuchsfreie Kosmetik von Herstellern umgangen?

Welche Tierversuche werden für Kosmetik überhaupt angewendet?

Experimente ohne TiereUm Inhaltsstoffe und Bestandteile von Kosmetika auf ihre Unbedenklichkeit zu prüfen, werden beispielsweise folgende Testverfahren angewendet:
-Tests auf erbgutschädigende oder krebserregende Wirkung
-Hautreizungstests
-Toxizitätstests (oral, inhalativ, dermal)
-Tests auf allergische Reaktionen
-Schleimhautverträglichkeitstests
-Photoirritationstests
Zusätzlich zu den hier aufgeführten Testverfahren gibt es noch etliche weitere für Kosmetika übliche Tests. So wird häufig auch gestestet, inwieweit durch einen bestimmten Stoff körperliche Missbildungen am Embryo im Mutterleib erzeugt werden können. Alle Tiere, auch die, die die Tests bis zum Ende des Versuchs überleben, werden grundsätzlich getötet.

Seit 2013 genaue EU-weite Regelung

Aufgrund der Qual, die die Tiere im Tierversuch zu erleiden haben, ist es ein erklärtes Ziel tierversuchsfreie Kosmetik zu produzieren. Dies scheitert aber häufig an der Umsetzung, denn gesetzliche Vorschriften gibt es. Was die Wenigsten wissen: Grundsätzlich sind Tierversuche für pflegende Kosmetikartikel in Deutschland schon seit dem Jahr 1998 verboten, Tierversuche für dekorative Kosmetikprodukte wie Make-up bereits seit 1986. Im der gesamten EU dürfen für kosmetische Endprodukte seit 2004 keine Versuche an Tieren mehr durchgeführt werden, bis zum Jahr 2009 durften aber noch neue Inhaltsstoffe an Tieren getestet werden. Am 11. März 2013 schließlich wurde es dann endgültig: Der Verkauf und die Einfuhr von im Tierversuch getesteten kosmetischen Produkten innerhalb der EU ist seitdem verboten. Diese Regelung gilt auch für Rohstoffe, die für die Herstellung von Kosmetik verwendet werden.

Die Ausnahme ist keine mehr

Allerdings gibt es einen Haken: Inhaltsstoffe von Kosmetikprodukten dürfen mit Ausnahmen immer noch an Tieren getestet werden. Als eine dieser Ausnahmen gilt beispielsweise, wenn ein Bestandteil unter das Chemikaliengesetz fällt, denn für Inhaltsstoffe, die nicht ausschließlich in kosmetischen Produkten verwendet werden, dürfen weiterhin Tierversuche durchgeführt werden. Wie sich jeder vorstellen kann, werden die meisten kosmetischen Inhaltsstoffe nicht ausschließlich hierfür verwendet. Das Resultat ist klar: Ein Großteil der Stoffe wird weiterhin an Tieren getestet. Auch die Tierversuche im außereuropäischen Raum gehen weiter. Dabei gibt es durchaus Alternativen zu Tierversuchen – für die Verträglichkeitstests, die an Tieren durchgeführt wurden, können beispielsweise Zellkulturen herangezogen werden.

Siegel garantieren Tierversuchsfreiheit

Kosmetik ohne TiereFür Verbraucher besonders wichtig ist die Frage: Wie lässt sich umgehen, an Tieren getestete kosmetische Produkte in den Warenkorb zu legen? Wer wirklich tierversuchsuchsfreie Produkte kaufen möchte, der kann beispielsweise auf verschiedene Siegel achten. Am bekanntesten ist wohl das Siegel, das einen Hasen mit schützender Hand abbildet. Dieses Siegel steht für den „Internationalen Herstellerverband Gegen Tierversuche in der Kosmetik e.V.“ und zeigt dem Verbraucher, dass hier nach den strengen Richtlinien des deutschen Tierschutzbundes zertifiziert wurde. Ebenfalls weit verbreitet ist das BDIH-Prüfzeichen, das nur kontrollierter Naturkosmetik verliehen wird. Hier gilt, dass weder bei der Herstellung noch bei Entwicklung oder Prüfung der Produkte Tierversuche durchgeführt werden dürfen. Auch Kosmetika mit dem NATRUE-Siegel sind garantiert tierversuchsfrei. Ein international anerkanntes Zeichen für den Verzicht auf Tierversuche ist das Cruelty Free International-Siegel auch Leaping Bunny genannt. Leaping Bunny bedeutet übersetzt springender Hase und ein solcher ist auf dem Siegel abgebildet. Die Veganblume, eine grüne Blume auf weißem Untergrund, steht nicht nur für Kosmetik ohne tierische Inhaltsstoffe, sondern auch dafür,dass für ein Produkt mit diesem Siegel keinesfalls Tierversuche gemacht wurden. Die Veganblume wird von der Vegan Society UK vergeben.
Im Internet gibt es zahlreiche Listen von Kosmetikfirmen, die keine Tierversuche durchführen oder in Auftrag geben. Interessierte Verbraucher können sich auch über die Seite des Deutschen Tierschutzbundes informieren, der eine Kosmetik-Positivliste herausgegeben hat. Grundsätzlich gilt: Je mehr Verbraucher Interesse an diesem wichtigen Thema zeigen und tierversuchsfreie Kosmetik kaufen, umso größer wird der Anteil an Kosmetik, die ohne Tierversuche auskommt, in Zukunft sein.

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