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Nahrungsergänzungsmittel 11. März 2014 0

Ernährung


Sich gesund zu ernähren, ist gar nicht so einfach. Fünf Portionen Obst und Gemüse empfiehlt die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) pro Tag, zudem einmal in der Woche Seefisch, zwei- bis drei Mal mageres Fleisch und ansonsten reichlich Vollkornprodukte. Insgesamt 13 verschiedene Vitamine, 8 Aminosäuren, 15 Mineralstoffe, verschiedene Fettsäuren sowie tausende unterschiedliche Pflanzenstoffe, die eine wichtige Rolle im Stoffwechsel spielen, müssen für eine gesunde und ausgewogene Ernährungsweise aufgenommen werden. In unserer modernen Zeit des Fast Foods oder der Mikrowelle ist das gar nicht so einfach, deshalb schwören zahlreiche Menschen auf Nahrungsergänzungsmittel, die den Körper mit allem versorgen sollen, was dieser braucht. Doch bringen derartige Supplemente tatsächlich was?

Können künstliche Stoffe eine gesunde Ernährung tatsächlich ersetzen?

Rechtlich gesehen sind Nahrungsergänzungsmittel keine Arzneien, sondern Lebensmittel. Meist handelt es sich um synthetisch – d.h. künstlich hergestellte – Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente oder Eiweiße. Manchmal werden auch natürliche Inhaltsstoffe extrahiert und in Kapselform angeboten, so beispielsweise Fischöl als Lieferant von Omega-Fettsäuren. Nun enthalten aber keine Kapsel und keine Pille alle wichtigen Stoffe, die der Körper täglich aufnehmen sollte, sondern meist handelt es sich um einzelne Bestandteile, beispielsweise Vitamin C, Eisen oder eine Mischung verschiedener Aminosäuren. Das Problematische ist nun, dass kein Lebensmittel nur über einige wenige Nährstoffe verfügt, sondern uns mit einer Unmenge davon regelrecht flutet. Die in Lebensmitteln enthaltenen Nährstoffe entfalten in unserem Körper Wechselwirkungen, die noch nicht einmal annähernd erforscht sind. Aus diesem Grund etwa entfalten einzelne dieser Bestandteile nicht die Wirkung, die sie im Verbund mit anderen Nährstoffen haben. So hat etwa die Einnahme von Vitamin C-Pillen keinerlei schützende Wirkung vor Erkältungskrankheiten, während einer vitaminreiche Ernährung wiederum durchaus für Infektionen schützen kann. Zudem zeichnet sich ab, dass künstlich erzeugte Nährstoffe die gewünschte Wirkung missen lassen. Anders ausgedrückt: Wer auf eine gesunde Ernährung verzichtet und stattdessen Pillen schluckt, dem fehlen die unzähligen Substanzen und bioaktiven Stoffe, die erst im Wechselspiel mit den eigentlichen Nährstoffen für Gesundheit und Wohlbefinden sorgen. Dementsprechend können Nahrungsergänzungsmittel eine gesunde Ernährung nicht ergänzen.

Beugen Vitaminpillen Krankheiten vor?

ACE gegen Herzinfarkt, Vitamin E gegen Krebs und Vitamin C gegen Erkältung – viele Menschen schlucken Vitaminpräparate in der Hoffnung, von schweren Krankheiten verschont zu bleiben. Leider hat sich mittlerweile herausgestellt, dass genau der gegenteilige Effekt eintritt. Wer etwa als Raucher zusätzlich Beta Carotin, eine Vorstufe des Vitamin A, zu sich nimmt, um sich vor Lungenkrebs zu schützen, entwickelt stattdessen sogar ein höheres Risiko, daran zu erkranken. Zudem besteht die Gefahr, dass viele Vitamine, wenn sie überdosiert werden, sogar giftig sein können. So werden fettlösliche Vitamine wie etwa das Vitamin A nicht ausgeschieden, sondern überschüssiges Vitamin A wird in der Leber eingelagert. Wie so vieles im Leben sind auch Vitamine nicht in Massen, sondern in Maßen zu genießen.

In welchen Fällen sind Nahrungsergänzungsmittel dennoch sinnvoll?

Zwar sprechen alle Studien Nahrungsergänzungsmitteln jeglichen Nutzen ab, aber in einigen wenigen Fällen kann eine zusätzliche Nahrungsergänzung tatsächlich sinnvoll sein. Dies ist etwa der Fall bei schwangeren Frauen, die vor allem in den ersten Wochen der Schwangerschaft das Vitamin Folsäure zu sich nehmen sollten. In Studien konnte gezeigt werden, dass die Einnahme von Folsäure die Bildung einer Gaumenspalte sowie eines sogenannten offenen Rückens (Spina Bifida) verhindern kann. Demzufolge wird bereits Frauen mit Kinderwunsch empfohlen, Folsäure zu supplementieren. Auch Menschen mit chronischen Erkrankungen, die den Stoffwechsel beeinträchtigen, können von Nahrungsergänzungsmitteln profitieren – einfach, weil ihr Körper selbst nicht in der Lage ist, die benötigten Nährstoffe selbst aufzunehmen.

Vorsicht bei Nahrungsergänzungsmitteln

Zuletzt bleibt zu sagen, dass man lieber nicht selbst Nahrungsergänzungsmittel einnehmen sollte, besonders, wenn man regelmäßig Medikamente einnimmt. Viele Stoffe gehen mit den Wirkstoffen Wechselwirkungen ein, so dass Medikamente schlimmstenfalls wirkungslos bleiben. Bekannt ist etwa die Wirkung von die Nerven beruhigenden Johanniskrautpräparaten, die zugleich die Wirkung der Pille beeinträchtigen. Deshalb im Zweifelsfall stets lieber Rücksprache mit dem Arzt halten.

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