» Intimpiercings – gefährlich oder reizvoll?
22. September 2013 0


Intimpiercings faszinieren viele Menschen. Selbst wer sich beim Gedanken daran schüttelt, die empfindlichen Geschlechtsteile mit einer Nadel durchbohren zu lassen, denkt über die mögliche sexuelle Stimulation dieser durch ein solches Piercing nach. Neben einer Steigerung der Lustgefühle werden auch ästhetische Gründe für das Stechen eines intimen Piercings genannt. Eine zunehmende Nacktheit im öffentlichen Raum – beispielsweise durch Werbeplakate – führt dazu, dass auch privateste Körperstellen als sichtbar empfunden werden. Doch so interessant ein Intimpiercing auch sein mag, sind doch erhebliche Risiken damit verbunden, die sorgfältig abgewogen werden sollten.

Arten von Intimpiercings bei Frauen

Prinzipiell lassen sich alle Geschlechtsteile piercen. Jedoch sind die anatomischen Bedingungen bei jeder Frau anders, so dass nicht jedes Piercing bei jeder Frau möglich ist. Für ein Piercing muss stets ausreichend Gewebe vorhanden sein, so dass der Schmuck nicht Gefahr läuft, heraus zu heilen. Sowohl die inneren wie auch die äußeren Schamlippen, die Klitorisvorhaut, die Klitoris selbst sowie der Venushügel lassen sich auf verschiedene Weisen piercen. Als Schmuck werden dabei je nach Art des Piercings entweder Stäbe (die Bars genannt werden) oder auch Ringe eingesetzt. Bekannte Piercings bei Frauen sind u.a.
1. Das Christina-Piercing ist ein Venushügelpiercing und wird in der Falte der oben zusammengehenden großen Schamlippen gestochen. Diese Variante wird recht häufig gestochen.
2. Große wie kleine Schamlippen werden meist mit einem Ring gepierct. Auch dieses Piercing wird häufig nachgefragt.
3. Eher seltener anzutreffen ist ein Piercing der Klitorisvorhaut, das sowohl vertikal wie auch horizontal erfolgen kann. Gerade die vertikale Variante soll angenehme Gefühle hervorrufen.
4. Sehr selten, wahrscheinlich da es sich um eine sehr sensible Stelle handelt, ist ein direktes Piercing der Klitoris. Der Einstich verläuft in der Regel horizontal durch die Klitoris.
5. Bei einem Fourchette-Piercing wird das untere Ende der kleinen Schamlippen im Bereich des Damms gepierct. Diese Stelle ist aufgrund der Nähe zum Anus hygienisch recht heikel.
Die Heilungszeit der genannten Piercings kann recht unterschiedlich ausfallen und hängt von verschiedenen Faktoren ab, u.a. davon, wie sauber und genau der Piercer gearbeitet hat und wie gut das Piercing während der Heilungsphase gepflegt wird. In der Regel dauert die Heilungsphase zwischen vier und zehn Wochen.

Vorteile eines Intimpiercings

Intimpiercings stellen eine ganz besondere Form des Piercens dar. Sie dienen nicht nur der Verschönerung besonders intimer Körperstellen, sondern sollen auch einen zusätzlichen sexuell motivierten Reiz verschaffen. In der Tat berichten viele intim gepiercte Frauen von angenehmen Gefühlen und einem vermehrten Bedürfnis nach Sex. Kurz gesagt, wer ein Intimpiercing hat, hat anschließend mehr Geschlechtsverkehr.

Die Gefahren eines Intimpiercings

So angenehm und faszinierend ein Intimpiercing auch sein mag, zuallererst stellt es ein Risiko dar. Erfahrungsgemäß kommt es bei intimen Piercings wesentlich häufiger zu Entzündungen und anderen unerwünschten Komplikationen als bei anderen Piercings, beispielsweise im Gesicht. Schätzungsweise jedes zweite Intimpiercing entzündet sich, was u.a. auch damit zu tun hat, dass an die besagten Körperstellen wesentlich weniger Luft kommt als etwa ans Gesicht. Auch ist die Hygiene hier wesentlich schwieriger durchzuführen, da viele Körperflüssigkeiten mit der Wunde in Berührung kommen. Eine Entzündung der Wunde kann schlimmstenfalls auch dazu führen, dass die Frau unfruchtbar werden kann, wenn die Entzündung in die inneren Geschlechtsorgane – etwa zu den Eierstöcken – weiterwandert. Auch eine Sepsis, also eine Blutvergiftung, ist denkbar, sollten die Bakterien auf irgendeinem Weg in die Blutbahn gelangen. Durchaus nicht unwahrscheinlich ist die Variante, dass, sollte der Piercer etwa schlecht gearbeitet haben, die Reizempfindlichkeit an den gepiercten Geschlechtsteilen empfindlich gestört, ja sogar gestört werden kann. Angesichts dieser Nachteile sollte gut überlegt werden, ob die vorgestellten Vorteile die möglichen Nachteile eines Intimpiercings tatsächlich aufwiegen. Übrigens, im Falle von gesundheitlichen Komplikationen nach einer Schönheits-OP, einem Piercing oder auch Tätowierung müssen Patienten einen Teil der Behandlungskosten selbst tragen.

Fazit

Intimpiercings werden zwar immer beliebter, doch sollte ein solcher Eingriff nicht ohne eine sorgfältige Prüfung vorgenommen werden. Die Komplikationen und Folgen eines Intimpiercings können im schlimmsten Fall gravierend und nicht wieder rückgängig zu machen sein. Wer sich für ein Intimpiercing entscheidet, sollte das Piercingstudio sorgfältig auswählen. Der Piercer sollte eine spezielle Ausbildung sowie Erfahrung auf diesem Gebiet vorweisen können, zudem sollte das Studio hygienisch einwandfrei arbeiten und über einen separaten Raum verfügen.

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