» » Haare nicht mehr waschen - ein zweifelhafter Trend?
Duschen und Bade in der Natur 17. Mai 2017 0

Haare


Seit einiger Zeit ist ein ungewöhnlicher Haarpflege-Trend zu beobachten, der in den USA entstanden ist und auch immer mehr Anklang bei uns findet. Dieser besteht darin, die Haare nicht mehr zu waschen. Auch, wenn es einige Zwischenstufen gibt (die zum Beispiel darin bestehen können, die Haare nur mit Wasser auszuspülen), wird der Trend von vielen Außenstehenden als extrem empfunden. Anwenderinnen hingegen schwören auf die regulierende Reaktion des Körpers, der seine Talgproduktion anpasst. Die nicht mehr abgewaschene Schutzschicht auf den Haaren soll dafür sorgen, dass sie nach einigen Monaten nicht mehr fettig, sondern attraktiv und glänzend erscheinen.

NW/SO – wie funktioniert das?

Unter der DuscheDie offizielle Bezeichnung für das Weglassen der Haarwäsche lautet „NW/SO“ – „No Wash / Sebum Only“. „Sebum“ ist das Fett der Kopfhaut, das natürlicherweise produziert wird. Anwenderinnen dieser Methode verlassen sich darauf, dass nicht mehr gewaschene Haare nur am Anfang unangenehm fettig sind. Ähnlich wie bei Tieren, die ihr glänzendes Fell ebenfalls niemals mit Shampoo waschen, soll auch die Anpassung des menschlichen Körpers möglich sein. Das Sebum, das die Haare fettig werden lässt, dient dem Schutz und der natürlichen Reinigung der Haare. Während die Haare das Sebum anfänglich im Übermaß produzieren (was daran liegt, dass der Körper mit der Überproduktion auf das regelmäßige Abwaschen des Sebums reagiert), passt sich die Produktion über Wochen und Monate an. Irgendwann erscheinen die Haare nicht mehr fettig, sondern nur noch glänzend.

Das Sebum verteilen

Da die Produktion des Haarfetts am Anfang noch nicht wie gewünscht reguliert ist, muss es mechanisch verteilt werden. Hierfür wird eine Bürste verwendet. Die Verteilung ist auch mit den Fingerspitzen möglich. Wichtig ist, dass die Haare bis zu den Spitzen mit Sebum bedeckt sind. Viele Anwenderinnen berichten davon, dass ihre Haare irgendwann damit beginnen, das Sebum aufzusaugen. Die anfänglich deutlich sichtbare Fettigkeit der Haare reguliert sich nach und nach. Um diesen Übergang besser zu meistern, ist es möglich, das Erscheinungsbild mit strengen Frisuren und Kopftüchern zu verbessern. Nach und nach kann man die Haare wieder offen tragen.

NW/SO – welche Vorteile gibt es?

NW/SO soll dafür sorgen, dass die Haare schöner und kräftiger werden. Beliebt ist diese Methode vor allem bei Frauen, die ihre Haare möglichst lang wachsen lassen möchten. Dadurch, dass man die Haare nicht mehr mit Shampoo wäscht, sollen nachwachsende Haare besser geschützt sein. Sie fallen nicht mehr während der Haarwäsche aus, sondern können ungestört weiterwachsen. Weiterhin sollen die Haare irgendwann ihre Fettigkeit verlieren und einen attraktiven Glanz annehmen. Sie brechen seltener ab und sind auch nicht mehr anfällig für Spliss. Nicht zuletzt gibt es natürlich auch einen zeitlichen Vorteil, da das Waschen und Trocknen der Haare (das bei entsprechender Länge sehr aufwändig sein kann) entfällt.Meer & Urlaub

Mittlerweile gibt es vor allem im Internet, aber auch in Büchern zahlreiche Erfahrungsberichte mit zugehörigen Fotos. Viele Anwenderinnen sind begeistert von ihrer Entdeckung, während einige weniger zufrieden sind. Wer neugierig ist, sollte NW/SO einfach einmal ausprobieren. Selbst einige Wochen ohne Haarwäsche können schon dazu beitragen, dass die Haare anschließend besser genährt und länger sind – selbst dann, wenn danach wieder mit Shampoo gewaschen wird.

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