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japanisches Essen 19. Dezember 2013 0

Ernährung


Im Land der aufgehenden Sonne leben die Menschen besonders gesund und werden sehr alt. Die immens hohe Lebenserwartung der Japaner liegt mit durchschnittlich 82,5 Jahren deutlich über der Lebenserwartung der Bevölkerung in westlichen Industrienationen. Und die Japaner werden nicht nur besonders alt, sondern sind auch besonders gesund, was sich auch daran zeigt, dass die Gesundheitsausgaben im Land relativ niedrig sind. Doch was sind die Ursachen für die überdurchschnittlich gute Gesundheit der Menschen in Japan? Ist diese auf die gesunde Ernährungs- und Lebensweise der Japaner zurückzuführen?

Antioxidantien im Grüntee

Mit einem Blick auf den japanischen Speiseplan scheint sich die Vermutung, dass die überdurchschnittliche Lebenserwartung und Gesundheit der Japaner auf ihre Ernährungsgewohnheiten zurückzuführen sind, zu bestätigen. Auf dem japanischen Speiseplan stehen hauptsächlich Reis, Gemüse, Obst, Sojaprodukte und Fisch. Tierische Lebensmittel und Fette in Form von Fleisch, Eiern oder Milchprodukten sind in japanischen Speisen kaum zu finden. Die japanische Ernährung ist fettarm und reich an Antioxidantien. Antioxidantien sind sekundäre Pflanzenstoffe, die den Alterungsprozess der Zellen verlangsamen und zudem vor Krebs schützen können. Besonders reich an Antioxidantien ist der Grüntee, der in Japan regelmäßig über den gesamten Tag verteilt getrunken wird. Die höchsten ORAC-Werte (=Oxygen Radical Absorption Capacity) konnten beim Matcha-Tee nachgewiesen werden. Matcha ist japanischer Grüntee, für den der wertvollste Teil der Teeblätter zu einem feinen Pulver zermahlen wird. Wie neueste Studien zeigen, scheinen die im Grüntee enthaltenen Catechine die Fettverbrennung in den Zellen anzukurbeln.

Nahrungsmittel aus dem Meer

Durch seine Lage am Meer wird in der japanischen Küche auch besonders viel frischer Fisch verwendet. Fisch ist reich an hochwertigem Protein, Omega-3-Fettsäuren und Jod. Omega-3-Fettsäuren wirken sich als essentielle Fettsäuren äußerst positiv auf den gesamten Körper aus und können Herz-Kreislauferkrankungen wirkungsvoll vorbeugen. In den westlichen Industrienationen sind Omega-3-Fettsäuren in der Ernährung meist Mangelware. Ganz anders in Japan: Hier ist das Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden, deutlich geringer. Eine weitere wichtige Proteinquelle der japanischen Küche sind Sojaprodukte und insbesondere Tofu, der Bestandteil vieler traditioneller japanischer Gerichte ist. Tofu ist nicht nur reich an hochwertigem pflanzlichen Protein, sondern auch an den Vitamen der B-Gruppe und etlichen Mineralstoffen und Spurenelementen wie Zink, Kalzium oder Kalium. Besonders gesund sind auch die häufig auf dem japanischen Speiseplan stehenden Algen. Nori-Algen sind den meisten durch Sushi bekannt, in Japan werden aber noch viele andere Algen wie Wakame, Hijiki oder Kombu verwendet.

Die Insel der Hundertjährigen

Algen stehen auch auf dem Speiseplan der Menschen auf der japanischen Insel Okinawa, die in der Presse immer wieder Schlagzeilen macht. Nicht weil Okinawa zu den Hauptreisezielen der Japaner gehört oder die Insel mit ihrem milden Klima und kilometerlangen Sandstränden durchaus auch für europäische Urlauber ein attraktives Reiseziel wäre: Okinawa wurde berühmt durch seine Einwohner, denn hier leben angeblich die meisten Hundertjährigen weltweit. Alle erdenklichen Obst- und Gemüsesorten, Süßkartoffeln, Fisch und Tofu stehen auch hier regelmäßig auf dem Speiseplan. Salz wird in Japan allgemein sehr sparsam verwendet, die Japaner greifen lieber zu Gewürzen wie Chilli oder Kurkuma. Und noch etwas fällt bei den Essgewohnheiten im Land der aufgehenden Sonne auf: Es gilt die Regel, den Magen nie ganz zu füllen, höchstens zu 80 Prozent und lieber mehrere kleine als eine große Mahlzeit zu essen. Im Gegensatz zu den Japanern essen die Deutschen ein Vielfaches mehr an tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Wurst, Eier und Milchprodukte. Auch essen viele Menschen in den westlichen Industrienationen zu zuckerreich und verwenden zu viel Salz. Schließlich ist es aber auch die besondere Einstellung zum Essen, die die Esskultur in Fernost prägt. Insbesondere die Qualität und Frische der Lebensmittel findet unter den Japanern große Beachtung. Demnach bestätigt sich: Japan gilt nicht umsonst als Vorbild in puncto Ernährung und es kann auch hierzulande nur von Vorteil sein, japanische Ernährungsgewohnheiten in die Esskultur zu integrieren.

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