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Entspannen Schwimmen 19. Dezember 2013 0

Wellness

Schwerelos dahinschweben, in absoluter Ruhe und Entspannung. Abschalten vom Alltag mit seinen Sorgen, seiner Hektik und seinem Stress. Völlig eins mit sich selbst sein, durch nichts abgelenkt. Wo geht so etwas schon? Vielleicht ganz in der Nähe in einer der zunehmend häufiger werdenden Floating-Anlagen in vielen Wellness-Zentren oder Floating-Studios.

Was ist Floating?

SportErfunden wurde die Methode in den 50er Jahren in den USA von dem Neurophysiologen John Lilly. Er fand heraus, dass völlige sensorische Deprivation sich heilsam auf verschiedene Krankheitszustände und generell auf die Psyche auswirken konnte. Unter sensorischer Deprivation wird die völlige Abschirmung von Außenreizen verstanden. Entsprechend ist auch der englische Fachbegriff „Reduced Environmental Stimulation Therapy oder R.E.S.T. Diese Abschottung wird erreicht, indem der Patient sich in einen sogenannten Floating-Tank bzw. Floating-Becken begibt, den er dann verschließen kann, wodurch optische und akustische Reize von der Außenwelt völlig unterbunden werden. Heute sehen die Floating-Anlagen, die aufgrund jahrelanger Praxis immer wieder verbessert und den menschlichen Bedürfnissen angepasst wurden, so aus, dass sie mit Wasser gefüllt sind, in dem der Mensch durch dessen besondere Zusammensetzung tatsächlich zu schweben meint, woher auch der Begriff „Floating“ (engl. schweben) stammt.

Wie sehen Floating-Anlagen aus?

Es gibt verschiedene Varianten dieser Anlagen, um den spezifischen Bedürfnissen ihrer Nutzer Rechnung zu tragen. Der Floating-Tank ist ein Behälter, der mit etwa 600 Litern Wasser gefüllt ist, bei einer Größe von 2,30 mal 1,40 Metern und 1,40 Metern Höhe im geschlossenen Zustand. Die Wassertiefe beträgt weniger als 30 cm. Das Wasser trägt jedoch den Benutzer, weil darin 350 Kilogramm Salz bzw. Magnesiumsulfat gelöst sind. Das heißt, es handelt sich um eine nahezu gesättigte Salzlösung, die ähnlich wie das Wasser des Toten Meeres, den Körper nicht tief einsinken lässt und den Schwebe-Effekt bedingt. Der Tank kann nur von jeweils einer Person benutzt werden. Der Tank hat einen Deckel, der wie eine Muschel geschlossen werden kann. Daneben gibt es Floating-Becken, in denen auch zwei Personen Platz finden können und die Leute mit Neigung zu Platzangst sehr schätzen, weil sie offen bleiben. Sie messen 2,50 mal 1,80 Meter bei 1,80 Metern Höhe. Die Wassertiefe beträgt hier ebenfalls weniger als 30 cm, aber es befinden sich 1000 Liter Wasser im Becken, das mit 600 Kilogramm Salz gesättigt wird. Die Wassertemperatur beträgt in beiden Fällen ungefähr 35°, hat also die gleiche Temperatur wie die menschliche Haut. Üblicherweise dauert eine Floating-Sitzung ungefähr zwischen 30 und 60 Minuten je nach Studio. Auch die Kosten sind je nach Studio unterschiedlich.

Was bewirkt das Floating?

Bei modernen Floating-Anlagen kann gewählt werden, ob die Zeit im Wasser bei völliger Stille und Dunkelheit oder mit leiser, meditativer Musik und gedämpftem Licht verbracht werden soll. Der Effekt ist normalerweise der, dass durch die Abwesenheit von Außenreizen kombiniert mit dem schwerelosen Schweben im Wasser ein Bewusstseinszustand hergestellt wird, der völlige Entspannung bedeutet. Die Gehirnwellenfrequenz verändert sich nachweisbar und erreicht einen Zustand zwischen Wachen und Schlafen, zwischen Tag und Traum. Sinneswahrnehmungen sind reduziert, durch das Gefühl der Schwerelosigkeit wird auch die Lage des Körpers nicht genau wahrgenommen und durch die gleichbleibende Temperatur und reizarme Umgebung wird ein großes Wohlgefühl erreicht. Manche berichten gerade im Floating-Tank ein Gefühl wie in der Geborgenheit des Mutterleibs empfunden zu haben.

Worauf ist zu achten?

Floaten im WasserbeckenEs gibt viele Floating-Studios über deren unterschiedliche Angebote jeder Benutzer sich vorab gut informieren sollte. Gehört das Studio beispielsweise dem Deutschen Floating Verband an, ist ein gewisser Standard gewährleistet, der sicher empfehlenswert ist. Verwendet wird das Floating heute auch bereits medizinisch und zwar in den Bereichen Sportmedizin und Orthopädie, Schmerzbehandlung, Dermatologie, falls Salzwasserbehandlungen empfehlenswert sind, bei bestimmten Rehamaßnahmen, zur Stressreduktion oder bei Burn-Outs. Unabhängig von medizinischen Krankheitsbildern entdecken viele Menschen das Floating als genussreiche Wellness-Methode für sich. Natürlich gibt es auch hier gesundheitliche Situationen, bei denen vom Floating abzuraten ist: selbstverständlich bei offenen Wunden und ansteckenden Krankheiten, schweren Herz-Erkrankungen, aber auch bei Epilepsie und verschiedenen psychischen Erkrankungen wie starken Depressionen. Im Zweifelsfall sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden. Wer unter Klaustrophobie leidet, kann im Tank erstaunlich angenehme Erfahrungen machen und es ist auch jederzeit möglich, eine Floating-Sitzung bei Panik abzubrechen. Alternativ steht natürlich das offene Becken zur Verfügung.
Generell ist das Floating für die meisten Menschen eine überaus angenehme, manchmal fast spirituelle Erfahrung, die körperlich und geistig erfrischt und revitalisiert.

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