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veganes Essen 22. März 2014 0

Ernährung

Kein Fleisch, keine Milch, keine Eier – der neue Trend veganes Leben

Bis vor wenigen Jahren galten Veganer, also Menschen, die nicht nur kein Fleisch und keinen Fisch, sondern auch keine Milch, keinen Honig und keine Eier konsumieren, als extreme Randgruppe, die nur müde belächelt wurde. Nun, eine Randgruppe sind die Veganer immer noch, schließlich wird ihr Anteil in der Gesamtbevölkerung auf nur etwa 0,25 Prozent geschätzt (das ist etwa 1 Veganer auf 1000 Bundesbürger), doch ihr medialer Einfluss reicht mittlerweile tief. Wer heutzutage zugibt, gern Fleisch zu essen, muss deshalb ein schlechtes Gewissen haben – der Umwelt wegen, aber auch wegen der Tiere oder wegen seiner Gesundheit. Doch ist Veganismus tatsächlich so gesund?

Die Moral auf unseren Tellern

Wir wollen das Klima schützen, die Erde retten und die Tiere sowieso. Massentierhaltung ist uns ein Gräuel und dass männliche Küken gleich nach dem Schlupf vergast werden, finden wir so eklig, dass wir keine Eier mehr essen wollen. Vegan leben heißt moralisch leben, mit einem super guten Gefühl und immer in der Gewissheit, dass die anderen – die, die immer noch Fleisch essen – schuld sind, wenn es mit uns und der Umwelt bergab geht. Früher mal durften wir essen, was wir wollten, aber dafür nicht mit denjenigen Sex haben, die wir wollten – heute ist es genau anders herum. Wir dürfen schlafen, mit wem wir wollen – aber nicht das essen, was uns schmeckt. Braucht der Mensch tatsächlich eine Moral, die ihm vorschreibt, wie er (bzw. sie) zu leben hat? Es scheint so, denn sonst würden wir uns selbst keine solche Beschränkungen auferlegen.

Mangelernährung droht

Prinzipiell bekommt man – egal wen man fragt, ob Ernährungsexperten, Mediziner oder Veganer – mittlerweile immer die Antwort: Eigentlich ist eine vegane Lebensweise sehr gesund, aber… ja wenn denn nicht dieses Aber wäre! Wer sich gesund vegan ernähren möchte, muss eigentlich Ökotrophologie – also Ernährungswissenschaften – studiert haben, um sich seine Mahlzeiten so zusammen stellen zu können, dass alles drin ist, was der Mensch an Nährstoffen und Vitaminen so braucht. Es drohen nämlich eine Menge Mangelerscheinungen, allen voran an Eisen, Vitamin B 12, Kalzium und Vitamin D. Vitamin B 12 etwa, wichtig für die Blutbildung, kommt ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vor und muss von Veganern immer in Form von Tabletten oder Infusionen genommen werden. Auch Eisen – ein Mangel daran macht uns müde und schlapp, zudem anfälliger für Infektionskrankheiten – wird vom menschlichen Körper am besten aufgenommen, wenn es aus tierischen Quellen stammt. Ergo: Viel Obst und Gemüse ist sicherlich gesund, doch wenn ich auf Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen muss, um alle Nährstoffe zu erhalten, dann kann meine Ernährungsform in der Tat nicht besonders gesund sein. Zumal etliche Studien mittlerweile festgestellt haben, dass besagte Nahrungsergänzungsmittel oft nicht das bringen, was man sich von ihnen erhofft.

Ein Übermaß an Soja

Typisch für viele Veganer ist ein übermäßiger Konsum von Soja in Form von Tofu, Tofuaufschnitt, Sojajoghurt oder Sojamilch. Soja jedoch ist ein problematisches Lebensmittel. Zwar enthält diese Hülsenfrucht alle essenziellen Aminosäuren und ist zugleich fettarm, dafür aber reich an Eiweißen – weist andererseits aber auch hohe Konzentrationen an Phytoöstrogenen auf. Das sind Pflanzenstoffe, die im menschlichen Körper wie weibliche Hormone wirken und mit Problematiken wie Unfruchtbarkeit, Endometriose, Brustkrebs, männlicher Brustbildung, fehlender Libido etc. in Zusammenhang gebracht werden.

Moralisch gut, gesund eher nicht

Tiere zu schützen und die Umwelt zu retten sind Ziele, die der Veganismus erreichen möchte – allein dafür gebührt Veganern Ehre. Aber ein Verzicht auf sämtliche tierischen Produkte bedeutet nicht zwangsläufig, dass diese Form der Ernährung auch tatsächlich gesund ist. Muss es auch gar nicht, denn darum geht es im Veganismus vorrangig nicht. Wer vegan leben möchte, kann dies tun – aber mit Bedacht. Es ist viel Wissen um Ernährung und Nährstoffe notwendig, um gesund zu bleiben – das sagen nicht nur Ernährungsexperten, sondern sogar die Veganer selbst.

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