» » Die Philosophie des Yoga
22. September 2013 0

Fitness

Zunächst einmal sei festgestellt: Die eine wahre und umfassende Yoga-Philosophie gibt es nicht. Diese Aussage verwirrt viele Menschen, da im Westen Yoga mit körperlichen Übungen – also mit Sport und Fitness – gleich gesetzt wird. Doch Yoga ist viel mehr: Yoga ist eine uralte indische Lehre, die mittels verschiedener Wege zur Selbsterkenntnis des Menschen sowie zur Erkenntnis einer übergeordneten göttlichen Wahrheit führen soll. Es gibt unzählige Wege zu diesem Ziel, weil im Laufe der Zeit unzählige Yogis – Praktizierende und Lehrende des Yoga – ihre eigenen Stile entwickelt und verbreitet haben.

Die Ursprünge des Yoga

Yoga ÜbungModerne Yogis unterscheiden heute drei traditionelle Wege des Yoga:
– das religiöse Yoga
– das philosophische Yoga sowie
– Hatha Yoga.
Hatha Yoga bezeichnet die Yogaform, die im Westen am bekanntesten ist, nämlich die Ausübung körperlicher Übungen. Diese Übungen werden auch als Asanas bezeichnen und sollen den Körper stärken und kräftigen. Ursprünglich verfolgten die Yogis mit Körperübungen lediglich den Zweck, den Körper so zu trainieren, dass er möglichst lange und schmerzfrei in einer Meditationshaltung ausharren kann. Denn der wichtigste Aspekt am Yoga ist nicht das körperliche Training, sondern das geistig- mentale. Ganz zu Anfang seiner Geschichte war Yoga eine rein geistige Form, Yoga war Meditation. Die Asanas kamen erst später hinzu, gelangten jedoch rasch zu großer Bedeutung. Während das religiöse Yoga nach einem Weg sucht, den menschlichen Geist für eine Gottheit zu öffnen und aus diesem Grund die Seele aus der materiellen Welt abscheiden will, sucht das philosophische Yoga nach Wegen für die Vereinigung von Körper und Geist. Aus dieser Tradition heraus entstand das Hatha Yoga, eine sehr körperbetonte Form der Gotteserkenntnis.

Die Bedeutung der Meditation

Zentraler Bestandteil aller Yoga-Philosophien ist jedoch die Meditation, ein Zustand tiefster Einkehr in das eigene Innere sowie absoluter Entspannung. Meditationstechniken sind die zentralen Grundlagen aller Yogaformen, nur der Weg zum meditativen Ziel unterscheidet sich. Yoga bedeutet gemäß der Lehre des heute als Begründer der eigentlichen Yoga-Philosophie angesehenen Arztes Patanjali im engeren Sinne „Beruhigung bzw. Beherrschung des Geistes“. Damit gehen auch moralische Folgerungen einher, so dass Gemütsregungen wie Begierden, Stolz, Hochmut, aber auch Trauer und Neid keine Macht mehr über den Geist und damit über den Körper übernehmen können. Yoga ist stets auf einen Ausgleich bedacht, auch wenn die moralischen Werte sowie die Wege zur Erreichung dieser Werte sich von Schule zu Schule stark unterscheiden können.

Warum ist die Theorie wichtig für meine Yoga-Praxis?

Viele Menschen ziehen – verständlicherweise – die Praxis der Theorie vor und fragen sich, wozu sie etwas über die Philosophie des Yoga wissen müssen, wenn sie eigentlich Yoga auf einer Mattenur Hatha Yoga betreiben wollen. Nun ist es allerdings auch heute noch durchaus sinnvoll, sich seine Yogaschule und den Yogalehrer einmal genauer anzuschauen. Denn beim Yoga geht es um Harmonie, und wenn die verschiedenen Ansichten über Yoga – beispielsweise die des Schülers und die des Lehrers – nicht miteinander harmonieren, so führt dies zu Irritationen und Spannungen auf beiden Seiten. Deshalb gilt es, bei der Auswahl einer Yogaschule selbst einmal zu überlegen: Was möchte ich erreichen? Was ist mir wichtig? – und die eigenen Antworten auf diese Fragen mit den Vorgaben und Vorstellungen des Yogalehrers bzw. der Yogalehrerin zu vergleichen. Ist dieser Punkt geklärt, steht einer erfolgreichen Yoga-Praxis nichts mehr im Weg.

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