» » Die Dukan-Diät: Sensationell erfolgreich - aber auch gesund?
gewichtsreduzierung 16. Juni 2014 0

Ernährung

Als Catherine, Herzogin von Cambridge – damals noch besser bekannt als Kate Middleton – im April 2011 vor den Traualtar trat, sorgte nicht nur ihre schlanke Silhouette für Furore. Auch die Dukan-Diät, mit der sich die royale Braut in Form gebracht haben soll, machte Schlagzeilen. Mittlerweile sind die Bücher des französischen Mediziners Dr. Pierre Dukan auch auf dem deutschen Markt erhältlich und brechen Verkaufsrekorde. Ernährungswissenschaftler jedoch warnen vor den gesundheitsgefährdenden Aspekten der Trend-Diät.

Schlank, ein Leben lang

tierische ProteineDie Dukan-Diät ist in Frankreich seit gut einem Jahrzehnt bekannt. Von ihrem Namensgeber wurde sie entwickelt, um auch stark übergewichtigen Menschen eine langfristige Gewichtsreduktion zu ermöglichen. Herzstück der Dukan’schen Ernährungsformel sind fettarme Proteine tierischen Ursprungs, die in beliebiger Menge verzehrt werden dürfen. Die Idee dahinter: Eiweißreiche Kost sättigt und soll einem etwaigen Muskelabbau während der Gewichtsabnahme entgegenwirken. In Kombination mit einer geringen Kohlenhydratzufuhr soll sie den Körper dazu anregen, die eigenen Fettreserven zu verstoffwechseln. Da ein Teil der erlernten Essgewohnheiten im Idealfall ein Leben lang beibehalten wird, handelt es sich also weniger um eine Diät als um ein langfristiges Ernährungskonzept, das aus vier aufeinanderfolgenden Phasen besteht.

In 4 Phasen zum Wunschgewicht

Die Angriffsphase dauert bis zu zehn Tage. Auf dem Speiseplan stehen ausschließlich magere Fisch-, Fleisch- und Geflügelsorten sowie fettarme Milchprodukte. Weder Gemüse noch Obst oder stärkehaltige Lebensmittel sind erlaubt. Für geschmackliche Abwechslung sorgen stattdessen Haferkleie, Süßstoff, Zitronensaft und Cornichons.

In der Aufbauphase wechseln sich reine Eiweißtage mit Tagen, an denen zusätzlich Gemüse gegessen werden darf, ab. Diese Phase dauert so lange, bis das persönliche Wunschgewicht erreicht ist, wobei laut Dukan mit einem Gewichtsverlust von einem Kilo pro Woche gerechnet werden kann.
Die Stabilisierungsphase soll den gefürchteten Jo-Jo-Effekt verhindern und dauert für jedes zuvor abgenommene Kilo zehn Tage lang. Zusätzlich stehen nun täglich etwas Obst, Vollkornbrot und Käse auf dem Speiseplan. Zweimal wöchentlich dürfen es auch stärkehaltige Lebensmittel wie Nudeln oder Reis sein.
In der Erhaltungsphase gilt: Gegessen werden darf, was schmeckt. Einmal wöchentlich jedoch wird ein reiner Proteintag eingelegt. Etwas Haferkleie und zwanzig Minuten Bewegung am Tag sollen ihr Übriges tun, um die neu gewonnene Form dauerhaft zu erhalten.

Dukan’s Konzept polarisiert

Ein Blick in diverse Diätforen belegt: Viele Abnehmwillige haben mit Dukan ihre ungeliebten Kilos verloren, fühlen sich fit und freuen sich über straffe Haut. Andere hingegen beklagen Konzentrationsstörungen, Mundgeruch oder Nierenstechen und brechen die Diät irgendwann frustriert ab. Auch Ernährungsexperten stehen ihr eher kritisch gegenüber. Neben der reduzierten Aufnahme von Obst und Gemüse in den ersten Wochen bemängeln sie vor allem den hohen Anteil tierischer Proteine. Um diese ohne giftige Nebenprodukte zu verstoffwechseln, muss dem KörperViel trinken viel Flüssigkeit zugeführt werden. Die empfohlenen zwei Liter am Tag werden von vielen Fachleuten als zu wenig eingestuft. Vor allem Diabetikern, Nierenkranken, Schwangeren und stillenden Müttern wird von der Dukan-Diät daher abgeraten.

Abnehmen mit Dukan – Ja oder nein?

Vor allem die ersten beiden Phasen, in denen die tägliche Ernährung fast ausschließlich aus Fisch und Fleisch besteht, machen vielen Anwendern zu schaffen. Um 20 Kilo Gewicht zu verlieren, müssen Angriffs- und Aufbauphase immerhin fünf Monate lang durchgehalten werden! Krustentiere und Geflügelleber sind außerdem teuer: Eine abwechslungsreiche Ernährung nach Dukan kostet mehr als eine gesunde Mischkost aus Gemüse, Getreideprodukten & Co. Wer jedoch körperlich gesund ist, kann der Dukan-Diät durchaus eine Chance geben. Schließlich weiß der eigene Körper am besten, was ihm gut tut – und was nicht.

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