» » Bio & Fair Trade: Ist Mode mit gutem Gewissen möglich?
Mode 02. Juni 2014 0

Mode

Mode ist schnelllebig: Neue Trends jagen einander, jede Saison dominieren andere Farben, und die Schnitte werden ständig überarbeitet. Es ist schwierig, in diesem Tempo von Nachhaltigkeit reden zu wollen. Denn jeder neue Trend heißt letztendlich, dass der alte gestorben ist, dass unzählige Kleidungsstücke in aller Welt schlicht im Mülleimer landen – nicht weil sie kaputt sind, sondern weil sie nicht mehr gefallen. Trotz allem schlechten Gewissen will man aber doch nicht auf Mode verzichten oder nur noch in Ökoklamotten herumlaufen. Das ist auch nicht nötig, denn immer mehr Designer setzen auf Nachhaltigkeit, faire Arbeitsbedingungen und ökologisch unbedenkliche Qualität.

Altkleidersammlung oder Recycling – was ist Upcycling?

Was tun mit alten Klamotten? Manches, was gut erhalten ist, kann man zweifelsohne noch an die Cousine, den Second-Hand-Laden oder die Altkleidersammlung weitergeben. Damit tut man der Umwelt einen Gefallen, denn Müll wird vermieden. Allerdings ist die Faire ModeAltkleidersammlung in den letzten Jahren zunehmend in die Kritik geraten, die Kleidung würde kiloweise in Drittweltländern verkauft, heißt es, wäre dort zu günstig und würde zudem die lokale Textilwirtschaft zerstören. Eine Textilwirtschaft immerhin, die von Firmen wie Gepa unterstützt wird. Andere Firmen werben damit, dass sie zumindest die eigene Kleidung aus Recyclingmaterialien herstellen. Da kauft man beispielsweise eine absolut coole Kuriertasche, die aus LKW-Plane besteht, Winterstiefel mit Sohlen aus alten Reifen oder einen Gürtel aus altem Turngeräteleder. Eigentlich eine gute Sache, und in diesem Fall handelt es sich um sogenanntes Upcycling: Aus einem Produkt wird ein höherwertiges Produkt gemacht. Übrigens kann man das auch selbst machen: Im Internet kursieren die fantasievollsten Nähanleitungen für alle möglichen Kleidungsstücke. Und Stoff muss man nicht immer neu kaufen. Manchmal kann man aus einer alten Jeans noch eine Handtasche und passenden Haarschmuck nähen, kann aus einem abgewetzten Samtvorhang und etwas Organza eine Bluse zaubern.

Was wird wo unter welchen Bedingungen produziert?

Wo wird Mode eigentlich produziert? Ein Blick auf die Etiketten verrät es: Das meiste, was als Saisonware im lokalen Handel oder im Internet gekauft wird, entsteht in China, Taiwan, Bangladesch, Indien, der Türkei oder anderen Ländern östlich von Deutschland. Die Arbeitsbedingungen in den meisten Ländern entsprechen nicht dem, was wir in Deutschland für vertretbar halten, und die Umweltauflagen Accessoiresunterscheiden sich außerhalb Europas auch gravierend von dem, was hier als Standard gilt. Wenn Sie sich selbst etwas Gutes tun wollen, können Sie zu Mode mit dem Biosiegel greifen – auch der sogenannte Öko-Tex Standard 100 stellt ein Minimum an Umweltverträglichkeit und damit Verträglichkeit der Kleidung sicher. Das kommt nicht allein der Umwelt zugute, sondern auch der eigenen Gesundheit. Nur stellt sich eben auch die Frage, wie sozial- und umweltverträglich die Kleidungsstücke aus garantiert 100 % Bio-Baumwolle sind, wenn T-Shirts bei KiK für wenige Euro verkauft werden, Jeans und Blusen bei C&A kostengünstig erhältlich sind, und H&M für unter zehn Euro Kleidungsstücke verkauft. Das wirkt erstens nicht vertrauenswürdig, und zweitens sagt der gesunde Menschenverstand, dass so günstige Kleidung nicht unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt werden kann. Es stellt sich also die Frage nach dem Arbeiterschutz. Der hat sich in vielen Fällen verbessert, seit die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender vor einigen Jahren erschreckende Reportagen ausstrahlten, ist aber immer noch nicht optimal.

Wirtschaftsstandort Deutschland stützen

Wenn Sie Mode hin und wieder beim Discounter kaufen, ist das in finanzieller Hinsicht durchaus verständlich. Gerade Familien mit Kindern merken es sehr schnell auf dem Bankkonto, wenn alle nur noch bei Hess Natur oder vergleichbaren Labels eingekleidet werden. Wenn Sie Strickkleider im Frühlingtrotzdem Ihr Gewissen beruhigen wollen, kaufen Sie zumindest sogenannte Basics bei Firmen, die wie Trigema oder Armed Angels unter fairen Bedingungen und mit Rücksicht auf die Umwelt produzieren. Diese Kleidungsstücke sind mehr oder weniger zeitlos, sie können in jeder Saison mit schnelllebiger Mode kombiniert werden und sind qualitativ so hochwertig, dass sie einige Jahre mitmachen – das schont dann wiederum das Portemonaie. Es gibt immer wieder kleine Start-Ups, junge Firmen und Designer/-innen in Deutschland, die versuchen, lokal produzieren zu lassen und sich dementsprechend an die hiesigen Auflagen halten. KSIA beispielsweise stellt Taschen und Accessoires her, die man mit ruhigem Gewissen erwerben kann. Das Karlsruher Unternehmen Aikyou stellt Unterwäsche her, und caro e. hat sich auf Strickwaren spezialisiert.

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